Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 4 (August 1928)
- Date
- 1928-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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in dem der hebräische Werde {fang von der Rezeption an verfolgt wird aus der auch hervorgeht, welche Möglichkeiten der Einzelne zu seiner Ausbildung hatte, hi der Hand eines Kartellspraehwanes könnte, uimbhängig vom Wechsel der Präsidien, die Beratungder Verbindung wieder Einzelnen liegen. Mierni-cli ist die Wahl unserer Erziehungsmittel auf dieser Stufe Ida: gegeben: durch Beschäftigung mit Geschichte führen wir zum Zionismus, durch Ausschöpfung der historischen Quellen zum Judentum. Die wichtigste organisatorische Maßnahme zur Durchsetzung des Hebräischen ist die Schaffung eines Katasters und einer zentralen Beratungsstelle. Auf diese Weise müssen wir dazu kommen, uns für die jeweiligen Aufgaben der Organisation verantwortlich zu fühlen. Die für uns fruchtbar gewordene Geschichte führt zu zionistischer Verantwortung. Kein Seminar, kein organisatorisches Kommando führt zu X. F. und K. H. -- In Berlin war in diesen Tagen die A.-C.-Sitzung, umlagert von — Xichtzugelassenen. In uns muß das lebendige Gefühl vorhanden sein, dun in Unseren Tagen Großes entschieden wird, daß einerseits alles jüdische Geschehen außerhalb des Zionismus peripher und ephemer ist, daß aber zionistisches Geschehen andererseits keine Parteisache ist, sondern Sache der Judenheit. Besuch von zionistischen Tagungen, auch solchen der Fraktionen, ist dazu nötig. Nicht Parteifunktionäre wollen wir schaffen, aber Menschen, die sich für die Gesamtbewegung verantwortlich fühlen. Es kommt für uns darauf an, dem Geschehen so nahe wie möglich zu sein. Das muß das Ziel unserer Erziehung sein. Eng damit verbunden ist die andere Aufgabe, selber tätig mitzuwirken. An die sich andeutende Individualität anknüpfen ist die erste Erzichungsweishcit im Sinne Goethes. Die Individualität einordnen, ihr Gegengewichte geben, ist die zweite uns zufallende Erziehungsaufgabe. Jene innere Entwicklung des rein Persönlichen ist nach Goethe nur interessant bis zum 25. Jahre. „Später beginnt der Konflikt mit der Welt, und dieser hat nur insofern Interesse, als etwas dabei herauskommt." — Unsere Entelechie im aristotelischen Sinn kann ihr lebensformendes Prinzip aber nur am jüdischen Stoff verwirklichen. Damit ist auch der Boden gewonnen für unsere Einstellung zu Palästina. Wir müssen Palästina gegenständlich schon hier in uns aufnehmen und ihm schon hier nahe kommen. Praktische wirtschaftlich? Verknüpfungen mit dem Bande, für die wir bei uns selbst anfangen, bei unseren Xächsteu werben müssen. Und sei es Bodenbesitz oder Erwerb von Aktien einer Pflanzungsgesellschaft: das ist der Bestand eines Interesses, bei dem — im Sinne Goethes — „etwas herauskommt" —, nicht die Dividende, aber die schaffende Kraft des Investierten. Weitere Milte! zur Herstellung des Kontaktes mit dem Lande sind die Durchführimg von Reisen nach Palästina und die Aufrechterhaltung von Korrespondenz mit den Freunden drüben. Ich rede dabei nicht das Wort einer kurzfristigen Entwurzelung. Zwar hört derjenige auf, Zionist zu sein, der Palästina auch in thesi aus seinem persönlichen Lebensprogramm streicht; aber eine nützliche Verwirklichung muß sowohl dem eigenen Wesen wie den Erfordernissen 8