Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 4 (August 1928)
- Date
- 1928-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gemeine'*, die Vorfüh. i-ngeines Palästina-Films statt, zu dem Bb;I Erich Lese h nitzer (Ajn Charod) begleitende Worte sprach. V i dieser Gelegenheit dankte Bbr. Tuchler im Namen des I>r;isidr - der Stadt und dem Verkehrsverein für die freundliche Aufnahme und Unterstützung. Der stellvertretende Bürgermeister entgegnete mit einer her/liehen Ansprache. Nachdem der Abend mit der Verteilung einer großen Anzahl von Sportpreisen geschlossen worden war, gab man den Bundesbrüdern T u e h- 1 e r und S i 1 b e r t, die aus Berufsgründen schon abreisen mußten, das Geleit. Dienstag vormittag wurde die Erziehungsdebatte im erweiterten Kreise fortgesetzt. Der Nachmittag war von Veranstaltungen frei. Am Abend formierten sich die noch anwesenden Bundesbrüder (ein großer Teil hatte das Camp schon verlassen müssen) auf dem Marktplatz zu einem Fackelzug zu einer der nahegelegenen Beigkuppen, wo man sich teils singend, teils schwatzend, teils Horra tanzend um ein Lagerfeuer gruppierte. Eine kurze Ansprache von Bbr. P o 11 a c k schloß die Veranstaltung und das Camp. Unter dem Gesang der Hatikwah marschierte der Zug zur Stadt zurück. Z) Bericht über die Erziehungsdebaiic auf dem Camp, Im Rahmen der Erstchargiertentagung fand eine Erziehungsaussprache statt. Sie wurde durch ein Referat von Bbr. T u c h 1 e r eröffnet. Er ging aus von. einem Vergleich zwischen den Erziehungsmethoden eines reichen und normalen Gemeinwesens, das aber gleichfalls ein Kolonisationswerk zur Aufgabe hat einerseits und unserer Bewegung in ihren entsprechenden Aufgaben andererseits. Er schilderte kurz, wie in einem englischen Kolonialland, in Sierra Leone, die Erziehung der Jugend vor sich geht, die dort von ihrem siebenten Lebensjahr an vollständig erfaßt und ausschließlich auf ihr späteres Leben in einem Kolonisationslande hin erzogen wird. Demgegenüber ergeben sich für uns eine Anzahl einschneidender Beschränkungen: Erstens haben wir es nicht mit Kindern zu tun, sondern müssen uns damit begnügen, Erwachsenen Anregungen für ihre Selbsterziehung zu geben. Zweitens ist es bei uns unmöglich, den Einzelnen völlig mit Beschlag zu belegen, um ihn in einer für ihn restlos nützlichen Weise zu beeinflussen. Wir müssen uns vielmehr mit einer Zweiteilung der Interessensphären begnügen und uns darüber klar sein, daß die von uns ausgehende Erziehung den Einzelnen für seinen eigenen Lebenskampf nicht fördert. Wir dürfen deshalb ehrlicherweise unser Erziehungsziel nicht so aufstellen, als ob es für uns nur Palästina und Zionismus gäbe. Drittens: wir haben keine vollendeten Erzieher. Wer bei uns etwas gelernt hat, muH' sofort auch wieder lehren. Auch ist bei den Aelteren die Erziehung nie abgeschlossen. Es gibt für uns eine „unendliche Erziehungsaufgabe". Wir müssen dazu kommen, Erziehungsforderungen aufzustellen, die in jeder Hinsicht ernst genommen werden können und deshalb nicht unerfüllbar sein dürfen. Der Satz „magna voluisse sat est" gilt für uns nicht. Was ist nun unser Erziehungsziel? Der lebenstüchtige judaisierte Zionist, der sich für die jeweiligen Aufgaben der Organisation verant- 0