Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 3 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3537599-3537794-3537797--6830-3544860- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
in Palästina als erstes dauernde Resonanz und Verwurzelung gefunden hat. Wir haben gesehen, daß das Streben nach gemeinsamer Leistung in den verschiedensten Ausdrucksformen die vorherrschende Teideaz in der jüdischen Arbeiterbewegung Palästinas bildet, und haben ms bemüht, die nationalen Potenzen aufzuzeigen, die durch diese Tcnden:e.n ausgelöst werden. In unserer nationalen Struktur des freiwilligen Aufbaue ist es klar, daß hier die größten Möglichkeiten zu nationaler Schöpfung vorhanden sind. Und was für unsere Arbeit in Palästina selbst gilt, hat im verstärkten Maße seine Gültigkeit innerhalb der zionistischen Bewegung, die ihren Elan durch ihre Einheitlichkeit bekommt. Die zionistische Idee hat wie alle Ideen ihre größte Gefahr in der Realität. In Ablehnmg der vorgefundenen Realität entstanden, beginnt sie, sich in dem Atgcnblick, in dem sie selbst zur Realität* wird, zu differenzieren, ihre Einhiitlichkeit zu verlieren. Und die kollektivistischen Tendenzen, d. h. die zu .gemeinsamer Arbeit außerhalb des rein politischen Rahmens verbundenen Gruppen sind es, die immer der Bewegung den stärksten Gehalt geben. Der Nationalismus, der an sich schon als Bewegung kollektivistisch ist, wird auch im einzelnen durch diese Tendenzen gefördert. Von hier ais gesehen zeigt sich, daß in jeder nationalen Bewegung diese Tendenztn in ihren verschiedenen Ausdrucksformen überwiegend sind. Büdierbesprediungen. Fünfzig Semester „Barissia". (Festschrift. Selbstverlag der Barissia, Prag lQ2Si) Die umfangreiche, repräsentative Festschrift enthält Beitüge vieler prominenter Zionisten von Weizmann bis Jabotinsky. Besonders interessant ist der Beitrag Theodor Lessings, der ein begeistertes Bekenntnis für Theodor Merzl und Karl iUarx, „die größten unter den jüdischen Männern unseres Zeitalters", ablegt. Am wirkungsvollsten ^richt, wie so oft, Wladimir Jabotinsky, der feststellt: „Die große Mehrheit der zionistisch tuenden (!) Jugend im Gebiet der deutschen Sprache spielt im Kampfe für die Rejuvenisia-ting des Zionismus überhaupt keine Rolle. Auch keine störende. Gott bewahre____ Sie ist gemäßigt kritisch gestimmt, sie auerkennt einerseits dies und das, muß aber gleichzeitig andererseits auch das und dies anerkennen — und bleibt dabei im genau mathematisch abgemessenen Mittelpunkt &s Sumpfes sitzen. Wen führt ihr, Zwanzigjährige von heute? Wen treut ihr zur Leitung, zur Forschung unerforschter Möglichkeiten? Was formt ihr? Niemand; nichts. Jucunda juventus____ Die Jugend ist keim. Jugend.k£ Das gleiche Thema behandelt Alfred Klee in der gleichen Festschrift wie folgt: „Bei objektiver Prrfung, die frei, ohne alle Selbsttäuschung sich vollziehen soll, muß man aber anerkennen, daß der Geist der Khgabe und Treue, daß der Geist des Mutes und der Zuversicht heute niclrt um einen 25