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Der jüdische Student · 1928-07-01 · Heft 3 (Juli 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 3 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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Kwuzah in Palästina, die nun schon eine 20jährige ist und über cli»- jeder aus der Sammelschrift „Die Kwuzah" sich orientieren sollte, ergib; das ständige Bemühen um dieses gemeinsame Werk mit der gleichzeitigen Aufgabe, die nie straflos außer acht gelassen wurde, den einzelnen auch voll in das Ganze einzugliedern. Kein Zweifel, daß die Form der Kwu/aii nicht allen unseren Menschen adäquat ist. Viele, die heute in den Mcschawim die ihnen entsprechende Siedlungsform gefunden haben, halU-n vorher enttäuscht die Kwuzah verlassen. Diejenigen aber, die die Kwuzah nur als Uebergangsfonn betrachten wollen, sollten ihren Irrtum erkennen, wenn sie der beträchtlichen Anzahl von Menschen gedenken, die seit n und 20 Jahren in der Kwuzah leben und sie heute wie immer bejahen. Divkollektivistischen Tendenzen erschöpfen sich nicht in der Kwuzah, in der sie wohl ihren stärksten Niederschlag gefunden haben. Wir finden sie in allen Manifestationen der jüdischen Arbeiterschaft. Vor wenigen Jahren entstand das hebräische Theaterstudio Ohel, in dem sich einige jüdische Arbeiter und Arbeiterinnen vereinigten, um allabendlich nach der Arbeit viele Stunden auf Einübungen, Proben, Bühnenunterricht usw. für 'das moderne kollektivistische Theater zu verwenden. Die Institutionen der Histadruth, Arbeiterbank, Krankenkasse, Waadath Hatarbuth, alles ist, anders als parallele Einrichtungen anderer Völker, nicht nur auf Vertretung von Arbeiterinteressen eingestellt und zeigt den unerschütterlichen Willen^ die nationale Erneuerung bewußt im Geiste der Gemeinsamkeit zu gestalten und sie nicht zufälligen Konstellation ~\ zu überlassen. Richtig ist, daß in diesem Ringen um die Verwirklichung der Idee die Wirklichkeit nicht selten zu kurz kam, immerhin besser und moralischer als die umgekehrte Proportion. In die Diskussion über die Fragen der Politik kann im Rahmen dieser Zeilen, die nur Tendenzen aufzeigen sollen, nicht eingegriffen werden. Nur eines muß anläßlich des Berichtes der Agency- Kommission hervorgehoben werden. In alle Rentabilitätsberechnungen im jüdischen Palästina ist der nationale Nutzen mit einzukalkulieren, das eklatante Beispiel hierzu, die Frage der jüdischen Arbeit. — Und nun zu der national-kulturellen Auswirkung des Kollektivismus. Jeder, der längere Zeit in Palästina war, wird festgestellt haben, wie weit die nationale Kultur in Palästina durch die Arbeiterschaft verkörpert, oder an ihr orientiert oder zum mindesten von ihr beeinflußt ist. Auch dieses eine eigenartige Erscheinung des jüdischen Palästina, die nur zum Teil durch die Tatsache erklärt wird, daß ein nicht geringer Prozentsatz unserer Arbeiter eben umgeschichtete Intellektuelle sind. Es sind noch die besonderen Verhältnisse des hebräischen Palästina zu berücksichtigen, in dein Hebräischsprechen noch mehr Forderung als Voraussetzung ist. Die Arbeiterschaft in ihrer straffen Gemein^chaftsgliederung ist am ehesten in der Lage, hebräisches Milieu zu schaffen, und außerdem bedingt die sozialistische Konzeption des Zionismus eine bestimmte menschlich-kulturelle Haltung, die sich wiederum im Hebräischen auswirkt und ihr eigenes Kulturruilieu schafft, wozu das hebräische Bürgertum nicht in der Lage ist. So ist es nicht verwunderlich, daß z. B. das eben erwähnte Theaterstudio der Histadruth unter zahlreichen Versuchen von Theatergründungen 24

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