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Der jüdische Student · 1928-07-01 · Heft 3 (Juli 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 3 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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stehen zu dem natürlichen Anrecht des einzelnen zur un^hni-Jericii Entwicklung und Verwertung" seiner besonderen Anlagen und Neigungeu. Man benutzt gegen diese kollektivistischen Tendenzen als Argiinent, daß sie unter Einfluß der russischen Kultur entstanden sind und verkennt dabei, daß eben gerade der Zionismus uns wieder die Freiheit gegebtn hat, uns ohne Gewissensbisse beeindrucken zu lassen und diese End rücke in unsere Wirklichkeit umzusetzen. Das jüdische Volk hat in seinerO^schichte reichlich von dieser Freiheit Gebranch gemacht, angefangei. von den ersten Büchern der Bibel, und gerade hier sind Emanationen des jüdischen Geistes entstanden, die als solche in die Kulturgeschichte der Menschheit eingegangen sind. AchnÜches erwarten wir von der Renaissance des jüdischen Volkes in Palästina, und daß wir hierzu berechtigt sind, zeigt das Werk der Arbeiterschaft, das aus den besonderen Verhältnissen unseres Aufbauprozesses hervorgegangen, in seiner Tendenz auch die Erfahrungen beherzigt, die in der Diaspora gesammelt wurden. Der sozialistische Zionismus fügt zu dem Streben nach nationaler Erneuerung Iiis Ströhen nach sozialem Ausgleich und den Kampf gegen den Kult des Erfolges und der starken Persönlichkeit, der der heutigen Weltwirtschaft md -kultur seinen Stempel aufdrückt, wobei die starke Persönlichkeit zumeist identisch ist mit der von ethischen Hemmungen am wenigsten beschwerten Schließlich beherrscht die ganze zionistische' Bewegung, wenn auch vielleicht nicht mehr alle Teile der Organisation, die Vorstellung, daß in Palästina etwas Neues geschaffen werden soll und nicht ein Staat wie alle Straten, und zweifellos sind dieses auch die Voraussetzungen, von denen der Zionismus jener Chaluzim der zweiten Alijah bestimmt war und ist, <äe in den Jahren von 1905 bis zum Kriegsausbruch in Palästina einwauferten und den Grundstock zu all dem legten, was heute nach der großen Entwicklung nach dem Kriege und der Balfour-Deklaration unter dem Begriff des arbeitenden Palästina verstanden wird. Bei alledem darf nie vergessen werden, welche Situation jene ersten Arbeiter in Palästina vorfanden. Sie gehörten der zweiten Alijah an, d. 11 es hatte vor ihnen die erste Alijah stattgefunden, die Alijah der Biluim. Welches jüdische Werk hatten diese ersten Pioniere der nationalen Erneuerung in Palästina .geschaffen? Sie hatten jüdische Kolonien gegründet, arabische Arbeiter genommen, selbst allmählich die Arbeit aufgegeben und so wohl jüdischen Besitz, aber keine nationale Position geschaffen. Und die Arbeiter sahin bald in ihren eigenen Reihen den Beginn eines ähnlichen Prozesses. Teile der Arbeiterschaft, die zu eigener Absiedlung gekommen waren, begannen, sich Arbeiter zu nehmen und hierbei notgedrungen zu arabiscier Arbeit überzugehen, und in dem Ringen um diese grundlegende nationale Frage, die Frage der jüdischen Arbeit, entstand als eines jener Prinzipien, die »ieuie in dem Beicht der Sachverständigen-Kommission (die für vieles sicher sehr sachvei-tändig sein mag, nur nicht für Zionisnus) recht leichthin abgelehnt wvrden, und die Verwirklichung dieses Pirrzips half die ersten Kwuzoth zu ermöglichen und sehr viel später die M^schawim. Alierdings kam in dieser Schaffung der Kwuzoth auch eine andere Tendenz zum Ausdruck, die Idee der gerneinsamen Leistung. Die Geschichte der 23

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