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Der jüdische Student · 1928-06-01 · Heft 2 (Juni 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 2 (Juni 1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 48)
Language
German
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jrmg in uns ein,- daß Palästina in uns und um uns sei. — wo immer wir f. JE vi. Wir waren die ersten von Euch, jüdische Turner und StudentenJ Beth Jaakob, l'chu w'nelcha. BücherbesprcchuBgen. Zweig, Ar&oid. Juden auf der deutschen Buhne, (Verlag Der Heine- Bund 1927) — Warum legt man als Zionist dieses anregende Werk, in ,dem soviel Kluges über Bühne, über Juden, über Menschliches steht, zuletzt doch unbefriedigt aus der Hand? Weil es — in des Wortes strengster Bedeutung — nicht zeitgemäß ist. In memoriarn Siegfried Jacobsohn geschrieben, ist es gerade in seinen besten Abschnitten rückwärts gewandt, eine interessante Plauderei über jüdische Kräfte, die in der wilhelminischen Aera an der Gestaltung deutscher Kultur mitgewirkt haben. Die leidenschaftlichen Bemühungen des bildungsmäßig arrivierten jüdischen Bürgertums um geistiges Mittun, diese verkrampften und im Tiefsten unechten, weil nichts als ästhetischen Bemühungen um kulturelle Gleichberechtigung werden — soweit sie zum Bereich des Theaters gehören — in Zweigs Buch lebendig. Er zeichnet die geistigen Konturen dieser Welt sehr fein mit der eleganten, nicht immer präzisen Feder des Essayisten. Aber er enthüllt nicht ihre Leere und Hoffnungslosigkeit. Er stellt diese Welt literarisch-ästhetischer Scheinwerte dar, die sich selbst genug ist und ihre Daseinsnormen in Gedankendingen sucht und findet, da sie sie im Lebendigen — dessen' -sie /licht teilhaftig ist — nicht zu finden vermag. Aber er überwindet diese .Welt .nicht Ersteht mitten darin. Man lese nur den Nachruf auf Siegfried Jacobsohn, der das Buch einleitet: Welch eine verbogene Sprache! Welch falsche Anthesen, welch unerträglich schiefe Wertungen! Wer so schreibt, so wertet, ist jener Welt verfallen, mag er wollen£)der nicht, mag er sich gegen sie im Gedanklichen auch so scharf abgrenzen, wie Zweig das in seiner glänzenden Würdigung Arthur Schnitzlers tut: „Nicht darauf kommt es an, ob ein Schriftsteller Verse schreibt oder Prosa, um ihn zum Dichter oder Dramatiker zu erhöhen, das sieht man besonders deutlich an Arthur Schnitzler, auch nicht darauf, daß er persönlich das Weltgefühl des großen Verstehens und der schicksalhaften Ueberbautheit aller menschlichen Existenz empfindet, denn kaum jemand unter den starken Gestaltern der älteren Generation trägt so alle Züge eines reifen überlegenen Geistes wie Arthur Schnitzler, sondern darauf, daß dieser Sinn für die Bedeutungsbeladenheit eines menschlichen Schicksals ins Gefüge seiner Stücke selbst eindringt und aus seinen Menschen Sonderfälle des Menschen überhaupt macht." Und dies fehlt Zweigs Werk: daß es aus den jüdischen Theaterleuten, die es beschreibt, trotz feinster Kenntnis der Zusammenhänge, nicht Sonderfälle, historisch-sozioligisch bedingte Sonderfälle von Juden in Deutschland zu machen versteht. Daß es neben jüdischen Dramaturgen, Regisseuren, Stückeschreibern, Agenten, Schauspielern, die sich ernsthaft um geistiges Schaffen bemühen, zahllose jüdische Geschäftemacher des Theaters gibt, daß diese Profit- 48

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