Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3537599-3537794-3537796--6800-3544829- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
menschen den Charakter der deutschen Bühne in genau dem gleichen Maße bestimmen, wie jene Kunstmenschen, kurz, daß Bühnenkunst nur ein kleiner Ausschnitt jüdischen Lebens in Deutschland sei, bedingt durch die Existenzformen der jüdischen und nichtjüdischen Gesellschaft, und ihrerseits diese Existenzformen mitgestaltend, das vergißt man fast bei der Lektüre des Zweigschen Werkes. Der Daseinsbereich des Litera- Visch-Aesthetischen erscheint absolut. Man kann ein Buch über Theater natürlich auch so schreiben, und es kann gut und interessant sein (zumal wenn Arnold Zweig der Verfasser ist) Aber dann darf man kein Werk schreiben, das auf jeder Seite Anspruch erhebt, nicht nur darzustellen, sondern zu werten. Zweigs Wertungen sind ästhetisch begründet, nicht ethisch. Sie sind nicht lebendig, sondern literarisch. Darum sind sie unzeitgemäß, Ausdruck einer Gesellschaftsanschauung, deren Gültigkeit wir nicht mehr anerkennen. Es lohnt sich, das Buch zu lesen, nicht nur, weil viel Kluges darin steht, sondern weil es Widerspruch herausfordert, d.h. Nachdenken lehrt. Pck. Brandt, Hans. Der Staat und die Juden. (Verlag der Königsberger Hartungschen Zeitung.) — Der ehemalige Königsberger Polizeipräsident gibt in seiner Broschüre einen knappen, aber sehr geschickt zusammengefaßten Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung der rechtlichen und tatsächlichen Stellung der Juden im preußischen Staat. Bedeutungslos, weil allzusehr obenhin, soweit sie sich mit der Juden frage befaßt^ ist die kleine Schrift ein wirklich gediegenes und praktisches Quellenmaterial für historische Kurse. Pck. Bericht des Deutschen Verbandes zur Förderung der Universität Jerusalem fixt die Jahre 1925-1927. Die Entwicklung der Universität ist in den Jahren 1926-27 progressiv gewesen. Die Anzahl der Hörer belief sich auf 211. (Judaistisches Institut 127, Orientalisches 17, Mathematisches 37, Chemisches 30.) Die Universität ist noch im Aufbau begriffen und der Weiterausbau zur Volluniversität ist im wesentlichen eine Geldfrage. Im Augenblick existieren S Institute: 1. Das mikrobiologische Institut, 2. Das hygienische Institut, 3. Das chemische Institut, 4. Das naturhistorische Institut, 5. Das mathematische Institut, 6. Das judaistische Institut, 7. Das orientalische Institut, 8. Die Universitäts- und Nationalbibliothek. Die Universitätsbibliothek wurde bedeutend ausgebaut. Der Bücherbestand beträgt gegenwärtig 180 000 Bände. Ebenso wurde die Zeitschriftenabteilung vergrößert. Die Bibliothek erhält z. Zt. 910 laufende Zeitschriften. Die gesamte Bibliothek wird in einem noch im Bau befindlichen Gebäude untergebracht werden. Die- 49»