Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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„Monate sind dahin, aber wenn wir uns heute treffen und sagen: „Weißt Du noch, damals........." dann werden wieder lebendiger alle Bilder aus einem Lande, das aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist und lebensvoll uns grüßte und Euch grüßen wird, die ihr in 'jedem Frühling hinaufziehen und, unendlich reich heimkehrend, uns melden werdet,, daß immer mehr Erfüllung zu werden beginnt, was Träumer geschwärmi und gesungen." Jahre sind seitdem vergangen. Nicht nur in der Welt und im Zionismus und in Palästina hat sich Entscheidendes geändert, die Kenntnisse des Landes, tägliche Nachrichten und persönliche Beziehungen zwischen ihm und der zionistischen Jugend im Galuth sind außerordentlich gesteigert, und dennoch fehlt viel daran, daß auch das Palästina der Gegenwart ein lebendiger Bestandteil der Erziehungsarbeit unserer Jugend werde. Was läge näher, als die Gedanken unserer damaligen Freunde und Gefährten wieder aufzunehmen und aufs neue zu versuchen, Fahrten der jüdischen Jugend nach Palästina zu unternehmen. Es scheint, daß in diesem Jahr der Versuch gemacht werden wird, die alten Pläne wieder aufzunehmen. An anderer Stelle wird der Plan einer Palästina-Jugendfahrt für den Herbst 1928 genau mitgeteilt. Sowohl bei uns wie auch in Palästina haben sich zwar die Verhältnisse jetwas geändert. Der Betrag, den die Palästina-Jugendfahrt kosten soll, ist zwar fast der gleiche wie vor 15 Jahren, sein innerer Wert naturgemäß ein geringerer, und nur wenigen von uns wird, wie unsern glücklicheren Freunden damals, ein Zeitraum von beinahe 2 Monaten für ihre Reise zur Verfügung stehen. Dafür sind auch die Verhältnisse in Palästina gründlich geändert. Mit Rücksicht auf die kürzere Zeit wird nur ein sehr geringer Teil der Reise als Wanderung durchgeführt werden, im Emek vielleicht und ein wenig in Jehuda. Sonst dient die Eisenbahn und große Autos der Beförderung. Was an Reiz des Wanderns dadurch vielleicht verloren geht, wird durch die größere Fülle des Geschauten ersetzt Aber auch diesmal wird es sich bei einer Jugendfahrt nicht etwa um eine der üblichen Gesellschaftsfahrten handeln. Wie damals, so muß auch heute die Jugendfahrt zu einem zentralen Erlebnis nicht nur der unmittelbar an ihr Beteiligten, sondern auch der Gruppen und Bünde der Mitreisenden werden. Gemeinsame Veranstaltungen sollen im Lande vorbereitet sein. Vorträge, Sportfeste und Feiern alles soll dazu dienen, der Reise ein eigenes Milieu und eigenen Charakter zu geben, und in dieser Stimmung wird die palästinensische Landschaft, wird historische und religiöse Erinnerung, wird kulturelle und wirtschaftliche Gegenwart als unauslöschlicher Eindruck den Beteiligten sich einprägen. Vor 15 Jahren zogen die Ersten hinaus. „Es war", schreibt Theoder Zlocisti, „kein Wagnis mehr. Sind wir es nur, das Land ist vorbereitet. Wir wanderten auf jüdischer Erde. Kolonie reiht sich an Kolonie. Wir wissen, daß wir des Abends unter dem Dache eines jüdischen Hauses geborgen sind. In Sinnen und Schauen und fröhlichem Genießen gingen die Tage, die Wochen dahin. Zu schnell fast. Wir ließen ein Stück /unserer jungen Seele zurück. Aber die Seele des Heiligen Landes, ein Hauch 47