Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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Die ganze Reise war eine Wanderfahrt. Mit Rucksack ging es durch das ganze Palästina, nur hin und wieder begleitet vom Wagen oder 'Esel zur Aufnahme des Gepäcks oder Ermüdeter. Von Tel-Aviv aus, wo das hebräische Gymnasium stärkstes Erlebnis wurde, ging es durch Jehuda über Rechobot, Ekron, Hulda nach Jerusalem. Den ersten überaus starken Eindruck, den die Wanderer empfingen, geben am besten die Worte wieder, die der Berichterstatter der Fahrt, E. Pataky, als ersten Bericht in „Die Welt" vom 18 .März 1913 schreibt: „Tel-Aviv ist für uns die Eingangspforte in die Welt des jungen Judentums gewesen. Wir hatten uns das Tor anders vorgestellt. Das Bild, das uns vorschwebte, war unbedeutend, die Wahrheit war großartig. Und die neue Welt, die wir hinter der Pforte finden sollten, übertraf selbst das, was wir uns nach diesem Anfang versprachen. Gewaltig ist der Eindruck, den diese Oasen (gemeint sind die ersten Kolonien) auf uns machten. Wir hatten uns vielleicht gar keine Vorstellung auf jeden Fall eine falsche Verstellung von den Kolonien gemacht« Wir fanden kleine Staaten vor, mit eigener Verwaltung, eigener Polizei, mit Schulen, Bethäusern, Feuerwehr, medizinischen Anstalten, mit Kanalisation, Wasserleitung, im Gewände großer Ordnung und Sauixetkeft. Wir fanden einen Menschenschlag vor, der alle Erwartungen übertraf. Schöne Kinder, schöne Mädchen, kräftige Jünglinge, ein widerstandsfähiges mittleres Alter und ungebeugte Greise. Ein Geschlecht voll unbezwinglichem Tatendrang, voll Stolz, Lebensfreude, Bodenständigkeit, Landesliebe, ein schönes kraftvolles, jüdisches Volk." Jerusalem wird ausführlich besichtigt, dann die weite Wanderung über Petach Tikvah, Chederah, Sichron Jacob, Kinereh, Daganiah, Safed bis nach Tiberias angetreten, und schließlich führt der Weg von Tiberias über Nazareth nach Haifa. In den Kwuzoth Kinereth und Daganiah sind die Wanderer gern gesehene Gäste. „Es ist kein Ueberschwang, wenn wir die Stunden in Kinereth und jene in Daganiah an den^TJfern jdes 'blauen Tiberias-Sees als unvergeßliche Erinnerungen bezeichnen. In Haifa dann war die Fahrt offiziell zu Ende." Von allen Beteiligten wurde sie als großer Erfolg empfunden, so groß, daß man beschloß, diese Wander- Fahrten, „Zlocisti-Fahrten" sollten sie heißen, zu einer ständigen Einrichtung zu machen, ihnen einen Fonds schuf, den Landau-Fond, und bereite genaue Pläne für die nächste Fahrt entwarf. Im Frühjahr 1914 sollte diese vor sich gehen. Die beginnenden Kriegsgefahren machten die Reise unmöglich. Als junge Turner und Studenten war man hin ausgezogen. Turnerische und sportliche Uebungen, dem damaligen Galuthgeschlecht ein unerhörtes Neues, waren interessanterweise die Festdarbietungen, die in Kolonien und Städten, in Siedlungen und Kwuzoth den Wandernden immer wieder geboten wurden. Mit turnerischen Uebungen dankte man. Als eine erste lebendige Verbindung zwischen Palästina und dem Galuth diente diese Gruppe jugendlicher Menschen. Denen, die nach ihnen kommen sollten, schreiben die ersten den Gruß: 46