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Der jüdische Student · 1928-06-01 · Heft 2 (Juni 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 2 (Juni 1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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lieh zur Feier des Hechaluz veröffentlicht hat, und der kurz als ein Hohelied auf den schöpferischen Wahnsinn bezeichnet werden kann. Der Erfolg dieser in den erwähnten Aufsätzen zum Ausdruck kommenden Auffassung ist die dauernde Krise in Palästina gewesen. Die andere Auffassung bietet die Möglichkeit einer zunächst kleinen, aber ständigen Ausdehnung. Die Vertreter dieser Auffassung, die auf dem letzten Kongreß in die Exekutive gewählt worden sind, können heute darauf hinweisen, daß ein Teil der Schulden, die in den früheren jähren aufgelaufen waren, abgezahlt werden konnten. Sie können auch darauf hinweisen, daß sie gewisse Aussichten für eine neue, weitere Arbeit eröffnet haben. Diese Aussichten sind zu finden in der Ankündigung einer Aeuderung der Budgetaufstellung in dem Sinne, daß die produktiven Zweige mehr begünstigt werden sollen. Besonders hierin kommt zum Ausdruck, daß die Vertreter dieser Auffassung nicht nur Schulden bezahlen, sondern auch ein neues System für die Ausdehnung unserer Wirtschaft schaffen wolkn. Trotz der Erfolge ist diese Auffassung auch heute keineswegs unbekämpft. Die erste Auffassung, die die wirtschaftliche Arbeit im Zionismus so lange beherrscht hat, will sich nicht so leicht ergeben »und sucht die Vertreter der ihr entgegengesetzten Meinung auch jetzt noch zu verdrängen. Dieser Kampf wird auch in der Form geführt, daß die Auffassung des Gegners entstellt wird. Eine solche Entstellung ist die Behauptung, der Sinn des Kurses sei der Kampf gegen die Arbeiterschaft; Das ist nicht richtig, denn die Auffassung, die — wie auch!!ich glaube sich für den Zionismus als nicht möglich erwiesen hat, wird keineswegs nur von der Arbeiterschaft vertreten. Ich habe Naiditsch schon zitiert, und man kann hinzufügen, daß zahlreiche Unternehmungen der sogenannten Privatinitiative in Palästina auch nur aus dieser Auffassung, die Wirtschaft und Wunderglauben verquicken will, zu erklären sind. Die Art, in der Kehilla Zion in Palästina gearbeitet hat, ist nicht viel anders zu charakterisieren als die Methode, nach der zahlreiche Institutionen der Arbeiterschaft geleitet worden sind. Und um das Bild zu vervollständigen, kann man auch den Misrachi zitieren, der sich grundsätzlich gegen die von der heutigen Exekutive betonte Auffassung wendet, und in Uebereinstimmung mit den eben zitierten Pressestimmen, sich für die k*Träumer und Kämpfer" einsetzt. Es ist also nicht richtig, daß der Kampf gegen die Arbeiterschaft geht. Denn die Anschauung, die bekämpft wird, geht durch alle heute vorhandenen Gruppen hindurch. Nebenbei bemerkt scheint mir die unermüdliche Wiederholung der Parole „Kampf gegen die Arbeiterschaft" eine gewisse Sterilität zu sein. Wenn die Arbeiterschaft ihre Anschauungen verteidigt, so muß sie auf die sachlichen Gegensätze eingehen und darf nicht eine Diskussion schon damit erledigen wollen, daß sie sie als Kampf gegen Anschauungen oder Unternehmungen bezeichnet, die zur Arbeiterschaft gehören. Ist nun an der Parole des Kampfes gegen die Arbeiterschaft etwa» Wahres? Unsere Stellung zum Gedanken des Chaluz ist auch heute völlig unverändert. Wir wissen, daß der Pionier, der Arbeiter, die höchste und die bitterste Notwendigkeit des Zionismus ist. Aber für uns kann 3S

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