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Der jüdische Student · 1928-06-01 · Heft 2 (Juni 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 2 (Juni 1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Besser lehnt es ab, auf dem Kartelltag Fragen der Karteilarbeit an dem Maßstab großer zionistischer Politik messen zu lassen. Es komme auf dem Kartelltag darauf an, über die möglichen sachlichen Arbeiten zu sprechen. Festzustellen sei das Versagen des Präsidiums. Nur das Ueberweisungsressort habe ausgezeichnet gearbeitet. Das Versagen des Präsidiums sei zurückzuführen auf die übermäßige Größe dieser Körperschaft. Deshalb läge von Freiburg der Antrag vor, ein Präsidium aus drei Mitgliedern zu bilden, das diesen Mißstand beseitigen könne. Jedoch infolge der Schwierigkeiten, die dem Kartelltag vorliegen, halte er die Fassung der Breslauer Verbindung für besser, daß nicht mehr als sechs Mitglieder im Präsidium sein sollen. Die erzielten Erfolge seien nicht auf das Konto der Präsidialarbeit zu setzen, sondern nur durch die geschlossene Arbeit eineinzelner Verbindungen herbeigeführt worden. Dieser Umstand zeige uns den Weg für die Zukunft. Die einzelnen Verbindungen sollen jede für sich allein arbeiten und keine Hilfe vom Präsidium erwarten. Inhalt dieser Arbeit seien alle jüdischen Fragen und jüdisch-politische Probleme. Sachliche Erziehung genüge jedoch nicht, um einen Bbr. dem Zionismus zu erhalten, es fehle die Spannkraft, die wir dem Bbr. mitgeben müssen. Diese Kraft liege im Menschlichen. Wir sind in den Forderungen des Zionismus erstarrt und versagten deshalb in allen gesellschaftlichen Formen. K.Z.V.er haben hier weniger versagt, weil sie ein gemeinsames Erlebnis in der Verbindung gehabt hätten. Die Formfrage sei die Frage der Schaffung einer festen Form, welcher Art, sei Nebensache. Die menschliche Verbundenheit unserer Bundesbrüder sei die sicherste Gewähr der Beschäftigung und Aktivierung in zionistischen Fragen. Silbert: Ich bedauere, vorwiegend nur über praktische Dinge mich äußern zu müssen. Alle meine Freunde sind nicht minder mit dem Palästinagedanken verbunden als jeder andere Bundesbruder. Im Augenblick jedoch stehen die praktischen Fragen im Vordergrund. Wenn im vergangenen Jahr ein Fortschritt zu verzeichnen ist, so ist es ein organisatorischer, der zum Beginn einer neuen Entwicklung im K.J.V. unbedingt notwendig ist. Aus der organisatorischen Konsolidierung erwächst von selber die geistige Entwicklung des Bundes. Aus dem alten Präsidium ist überhaupt keine geistige Anregung gekommen, weil in diesem Kreise niemand hat arbeiten können. Meine Freunde und ich haben in diesem Rahmen versucht, mit aller Kraft zu machen, was zu machen war. Der neue Präsidialvorschlag schaltet jedoch die aus, die Arbeit geleistet haben. Es geht in 'erster Linie nicht um ein Programm, es kommt vielmehr darauf an, Programme überhaupt durchführen zu können. Ein Programm aufzustellen, ist an sich nicht schwer; wir müssen Gewähr haben, daß es auch durchgeführt wird und deshalb wehren wir uns gegen ein Präsidium, dessen Zusammensetzung nicht die Arbeitsleistung für die Durchführung des Programms garantieren kann. Paul Hirsch: Früher wäre es nicht möglich gewesen, daß Bundesbrüder, an denen zionistische Kritik geübt worden sei, den Saal verlassen hätten. Das sei ein Zeichen ,zionistischen Niedergangs des Kartells. Organisatorische Erfolge genügten nicht, und diejenigen, die sie geleistet hätten, seien 15

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