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Der jüdische Student · 1928-06-01 · Heft 2 (Juni 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 2 (Juni 1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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werden beide Kreise: K.J.V. und zionistische Welt sich decken. Die besten K.J.V.er müßten für uns die sein, die am wenigsten vom K.J.V. sprechen und die in Erfüllung ihrer zionistischen Verpflichtung sich mit Selbstverständlichkeit als Söhne unseres Bundes empfinden. In der Beurteilung der zionistischen Leistung des K.J.V.er muß sich das K.J.V. als letzte Instanz empfinden. Wir umfangen unsere Menschen mit Liebe, aber mit einer strengen und männlichen Liebe und müssen auch die Kraft haben, den Versagenden zu verwerfen. Die Bewährung des KJVers liegt außerhalb des K.J.V., seine menschliche Bindung, seine Kraft zur Leistung, die Bewahrung vor dem Abfall liegt im K.J.V. Er wird es freudig als oberste Instanz für seinen Zionismus anerkennen, er wird es nicht nur als Freundeskreis, als Zufluchtsstätte vor den Häßlichkeiten des Alltags empfinden. Wir haben das K.J.V. aufgebaut, indem wir die menschlichen Bindungen als Kraftquelle in die zionistische Bewegung einmünden ließen. Wir dürfen uns nicht mit der Feststellung begnügen, daß Einzelne von uns versagt haben, wir werden dieses Versagen zu verstehen suchen, aber wir werden uns nicht mit sogenannten Notwendigkeiten abfinden diMeta. Der Strom des Lebens zieht uns immer wieder in andere Welten. Wir bauen das K.J.V. als einen Ankerplatz, um von diesem Strom inicht mitgerissen zu werden. Mit aller Kraft wollen wir unsern Bund lieben umd ihm dienen! Wie könnten wir das besser tun als durch den Dienst *an der Idee, die unsern Bund gestiftet hat! An das Referat schloß sich ohne Pause die Generaldebatte. Nebenzahl bemängelt das Fehlen jeder Leitung während der Amtszeit des Präsidiums und wendet sich gegen die zionistische Problemlosigkeit, die das Kartelleben beherrscht habe, weil die Führung nicht imstande gewesen sei, das Kartell zu beleben. Er lehnt den Präsidiatvorschlag ab, an dessen Spitze ein so äußerst umstrittener Bundesbruder stehe. Man müsse vielmehr eine ganz neue Leitung wählen, die Initiative und Kontakt mit der Aktivitas habe. Jedes andere Präsidium lehne er ab. Hans Katschke: Wir wollen die Kritik abschließen. Wo nichts ist, kann nichts kritisiert werden. Und die Provinz darf nicht die Forderung an das Präsidium erheben, Probleme zu liefern. Denn das ist schließlich nicht Aufgabe eines Präsidiums. Wir wollen von der Vergangenheit abrücken. Das haben wir Ruder-V.J.St.er durch unsere Anträge an den Kartelltag zum Ausdruck gebracht. In dem Referat von Kanowitz fehlt die Beschwerung des Wesentlichen. Das Unwesentliche steht im Vordergrund. Mit Zielsetzung allein ist es nicht getan. Auch bisher haben wir in der Jugend gearbeitet, aber nicht die Erkenntnis war für uns der treibende Faktor, sondern das zionistische Erlebnis, der Zusammenstoß mit der Wirklichkeit. Erkenntnisse kann man hinnehmen, aber man braucht nicht danach zu handeln. Zu Erkenntnissen kann ein Keilfux auch allein kommen und kann daraus Schlüsse ziehen. Um Menschen zu werben, müssen wir Beispiele von Menschen hinstellen und müssen sagen können: So sehen wir aus! 12

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