Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1928-06-01 · Heft 2 (Juni 1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 2 (Juni 1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537794-3537796--6762-3544791
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

vornimmt, wird reif für die Uebernahme der Verantwortung innerhalb der zionistischen Organisation. Diese Arbeit darf nicht als etwas außerhalb des K.J.V. liegendes empfunden werden, der Maßstab für die Bewertung des K.J.V. ist seine in jedem Augenblick meßbare Bewährung innerhalb der zionistischen Welt. Wir fordern die Bildung einer jungzionistischen Front, die in die Z.V.f.D. hineingeht und ihre Hoffnungen und Vorstellungen dort zur Durchsetzung bringt. Heute ist die Anteilnahme des jungen K.J.V. eines Bundes, der die politische Erziehung als oberste Forderung postuliert; am zionistischen Geschehen außerordentlich gering. Die Blickweite reicht nicht über die Grenzen des Bundes hinaus. Eine erneute Hinwendung zur zionistischen Politik und zur zionistischen Aktion wird nicht durch noch so gute Tendenzkurse erfolgen können. Das K.J.V. muß durch die tägliche Bewährung in der zionistischen Arbeit zu neuen Fragen und zu neuen Antworten gezwungen werden. Unsere Beziehung zu Palästina bedarf gerade in diesem Augenblick einer etwas ausführlicheren Betrachtung. Ohne Sentimentalität und ohne falsch verstandenen Heroismus muß sich der Einzelne immer wieder prüfen, wie er für sich die persönliche Herstellung mit Palästina herstellen kann. Wir sehen für uns drei Wege, 1. persönliche Uebersiedlung, 2. Hilfestellung für deutsche Zionisten über unseren selbstverständlichen Beitrag und Mitarbeit am Keren Hajessod hinaus. — Diese besondere Verantwor* tung für deutsche Zionisten und K.J.V.er postulieren wir nicht aus Separatismus oder Lokalpatriotismus. Wir erkennen, daß auch unser persönlicher Anschluß an Palästina in besonderem Maße realisiert wird durch Zionisten aus unserem Lebenskreis, und wenn man sieht, daß ihre Einwulrzelung in Palästina aus vielfachen Gründen besonderen Schwierigkeiten begegnet, so wird eine Hilfestellung für sie eine persönlich zionistische Aufgabe. Einer besonderen Behandlung bedarf die Frage der deutschen Chaluzim in Palästina, an deren Schicksal das K.J.V. teilnahmslos verbeigegangen ist. — 3. die Mitgestaltung des werdenden Palästina durch Anteilnahme an der politischen Meinungsbildung. Entscheidend für junge Zionisten wird jedoch immer die erste Forderung bleiben: die persönliche Uebersiedlung nach Palästina. Diese Forderung erheben wir, weil sie unmittelbar aus unserer Auffassung von Zionismus hervorgeht, nur müssen wir betonen, daß der Zionismus mehr umfaßt als die Forderung der persönlichen Uebersiedlung nach Palästina. Diese unzulässige Einengung macht es den Pseudo-Radikalen all zu leicht, den Zionismus mit dem Hinweis auf seine Unrealisierbarkeit für den Einzelnen zu v erlassen. Das K.J.V. muß heute begreifen, daß es nur am Zionismus genesen kann, an den Aufgaben, die es sich stellt, und ohne deren ^Erfüllung fes sinnlos wird. Es gibt ein feines Anzeichen für unsere Nähe oder Ferne fvon der zionistischen Welt: Wachsen Menschen durch ihre zionistische Arbeit enger in das K.J.V. hinein, weil sie sich dort zionistisch verankert ifühien oder entfremden s ie sich und werden auch von uns als Außenstehende und Fremde empfunden. Je stärker das K.J.V. zionistisch wirkt, um so mehr 11

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.