Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Sorgenkind war noch immer der J.St. Vor allen Dingen spielten finanzielle Schwierigkeiten eine Rolle. Wir müssen uns darüber klar werden, was wir aus dem J.St. machen wollen. Wir müssen zuerst versuchen, uns auf das zu beschränken, was den Kartellnotwendigkeiten entspricht. Man hat den Versuch kritisiert, den J.St. in ein Materialblatt umzugestalten. Ein Positivum bildet die Alte Herren - Arbeit. Es ist ein Fortschritt, daß ein großer Teil der Alten Herren in ganz bestimmten, geschlossenen Kreisen immer wieder mit den Bundesbrüdern in Berührung kommt. Wenn wir auch die wichtige Frage der Alten Herren-Arbeit noch nicht gelöst haben, so ist doch die vergangene Arbeit ein Anfangspunkt. Die Alten Herren in Berlin sollten den Versuch machen, ihre Erfahrungen auch dem Reiche mitzuteilen. lieber das Finanzressort möchte ich nichts sagen, nur noch einmal daran erinnern, daß ohne wirkliche Mitarbeit aller Bundesbrüder es nicht möglich ist, die Kartellarbeit durchzuführen. Das Kartell muß sich mit der Frage der Hochschulpolitik näher und ausführlicher befassen. Das Präsidium hat im Berichtsjahr in ständigem Konnex mit den Bundesbrüdern gestanden, die in der Hochschulpolitik arbeiteten. Der materielle Arbeitsbericht ist ein wenig kurz geraten, aber niemand ist sich stärker als wir der Tatsache bewußt, daß das Präsidium glicht alles von dem getan hat, was das Kartell von ihm erwartete. Wir haben . auf dem vorigen Kartelltag die Arbeit übernommen, in voller Erkenntnis der Schwierigkeiten, die uns erwarteten. Wir dachten aber, daß sämtliche Schwierigkeiten nicht derart groß wären, daß sie sich nicht überwinden ließen. Diese Hoffnung hat sich als falsch erwiesen, vor allem deswegen, weil die reine Arbeitsleistung unzulänglich war. Es ist dies teils auf sehr ernste berufliche und persönliche Schwierigkeiten zurückzuführen, durch welche die Bundesbrüder stark absorbiert wurden. Hierzu kamen persönliche Differenzen der Präsidiumsmitglieder, deren Ausgleich leider nicht gelungen ist. Trotz alledem glaube ich, daß es immerhin gelungen ist, das Kartell soweit zu festigen, daß wir es als prganisatoriscfr und innerlich gefestigt einer neuen Leitung übergeben können. Ich bin davon überzeugt, daß die Arbeit des vergangenen Jahres trotz ihrer Unzulänglichkeit nicht umsonst war und hoffe, daß es dem kommenden Präsidium gelingen wird, unsern Bund zu ernster zionistischer Leistung und Bedeutung zu bringen. Hierauf nahm Bbr. Siegfried Kanowitz das Wort zu seinem programmatischen Referat: Das K. J. Y. in der zionisiischen Jugendbewegung. In diesem Referat sollen abweichend von der Uebung der früheren Jah* re nicht alle Fragen des K.J.V. koordiniert behandelt werden, sondern es soll eine Funktion unseres Bundes in den Mittelpunkt der Erörterung gestellt werden, die wir als unsere spezifische Aufgabe ansehen müssen: 6