Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 1 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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erscheinen. Sie sind dem Präsidium verantwortlich, brauchen aber keine Mitglieder desselben zu sein. 2) Als beratende Instanz tritt in jedem Semester einmal (im Sommer etwa zu Pfingsten, im Winter etwa in den Weihnachtsferien) eine Chargiertenkonferenz zusammen, die gemeinsam mit dem Präsidium aktuelle Fragen der Kartell- und Semesterarbeit bespricht. Warum die Anträge der V. J. St. Ivria, Freiburg? Von Felix Besser, (V.J.St. I v r i a , Freiburg, a. B.) 1) Wenn man die Arbeit und die Leistungen des Präsidiums im verflossenen Kartelljahr einer kritischen Würdigung unterzieht, so fällt das Resultat nur nach der negativen Seite aus. Die organisatorisch-technischen Pläne wurden kaum realisiert, ganz zu schweigen von irgendwelchen geistig-führerischen Anregungen, die vom Präsidium ausgegangen wären, die aber unbedingt und auf jeden Fall zu fordern sind. Das Präsidium hat ja selbst in diversen Rundschreiben zugegeben, daß nur das innere Ressort (Bbr. Silbert) gearbeitet hat; die anderen befanden sich in eisiger Ruhe. Der herannahende Kartelltag zwingt, sich mit dem Versagen des Präsidiums auseinanderzusetzen. Wir müssen uns klar darüber werden, ob vielleicht nur eine Reihe von zufälligen Momenten zusammentraf und fruchbringende Arbeit verhinderte, oder ob das Versagen nicht in dem falschen System der Leitung begründet liegt. Es ist richtig, daß das Präsidium rein menschlich nicht so ausgewählt war, wie es zu ersprießlichem Schaffen notwendig gewesen wäre. Wesentlich aber scheint uns, darauf hinzuweisen, daß neben diesen Gründen die Form, wenn man sagen darf, die Verfassung des Präsidiums von größter Bedeutung ist. Wir glauben, daß das Präsidium zu viele Mitglieder hat, die sich nur in ihren Befugnissen gegenseitig hemmen. Gerade die mißglückte Wintertagung hat uns seh/ eindrucksvoll gezeigt, daß ein Abbau unbedingt zu fordern ist. Im Intep esse der Homogenität der Leitung (vergl. die Vorgänge bei der letzten Wahl der Exekutive) halten wir es für richtig, daß das Präsidium nur aus 3 Mitgliedern bestehen soll, die mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, dem Kartell sein können, was heute von entscheidender Wichtigkeit ist, nämlich Führer. Es ist nicht einzusehen, warum jeder Ressortleiter zugleich Mitglied des Präsidiums sein muß. Wir halten es für besser und erfolgreicher, wenn das Präsidium, das ein festes Programm vertritt, sich die Bbr. Bbr. zu Ressortleitern ernennt, die ihm besonders geeignet dazu erscheinen. Es liegt uns völlig fern, eine Diktatur im Kartell aufzurichten oder ihr das Wort zu reden. Wir halten dann nur die Entwicklung des Kartells gesichert, wenn es von einem arbeitsfähigem Präsidium geleitet wird, das nicht durch die Menge seiner Mitglieder belastet ist, sondern möglichst frei und ungehemmt seine Pläne verwirklichen kann. 2) Die Unklarheit und die Lahmheit des Kartells, die unbedingt überwunden werden muß, scheint uns zum größten Teil aus dem mangelnden Konnex der Verbindungen untereinander zu entstehen. Dadurch, daß das Präsidium das Camp, die Wintertagung usw. einzuberufen versäumt hat, 52