Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 1 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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friedigung feststellen, daß einmal der Personalbestand der Aktivitas, ferner die wachsende Einsicht in die Notwendigkeit, sich den Anregungen und Forderungen des Ueberweisungsressorts zu fügen sowie schließlich ein überlegter und energisch durchgeführter Plan es zuwege brachte, daß in den beiden Semestern die wichtigsten Verbindungen besetzt und auch jetzt das kommende Sommersemester erfolgversprechend vorbereitet werden konnte. Die Resultate dieser Entwicklung zeigen sich in der durchaus befriedigenden Zahl unserer Werbeerfolge. Als ein Positivum der Arbeit des letzten Jahres können wir noch den derzeitigen Stand der Altherrenarbeit in Berlin buchen. Die vom Rosenkranzbund inaugurierte Zusammenfassung der Alten Herren zu kleinen Kreisen hat sich immer mehr als das geeignete Mittel erwiesen, unter den älteren Bundesbrüdern einen Konnex, zunächst einmal untereinander, dann aber auch mit dem Leben im aktiven Kartell, herzustellen. Die tiefe Unzufriedenheit des Kartells mit der Präsidiaiarbeit und der inneren Situation des Kartells beweist, daß selbst die beste organisatorische Arbeit nur Voraussetzungen, allerdings wichtige Voraussetzungen schaffen kann. Sie kann und darf für uns nie Selbstzweck sein, sondern muß die selbstverständliche, unbemerkte und möglichst wenig betonte Grundlage sein, auf der alles andere sich aufbaut. Das Kartell vermißte im letzten Jahre die geistige Führung oder, sagen wir besser, die geistige Hilfestellung des Präsidiums, und es vermißte Maßnahmen, die dem Kartell eine repräsentative Physiognomie in der zionistischen und Jüdischen üeffentlichkeit und damit dem Kartell eine seiner würdige Geltung gebracht hätten. Hier liegen die Aufgaben für das neue Präsidium, und wir wünschen dem Kartelltag die Einsicht, daß er sich eine Leitung wählt, die diesen Aufgaben gewachsen ist. So sehr wir bedauern, daß vieles von dem, was hätte geschehen müssen, in der Berichtsperiode nicht geschah, so sehr hoffen wir doch, daß unsere Arbeit nicht ganz umsonst gewesen ist, da das Kartell unversehrt in seinem Bestände, gekräftigt auf wichtigen Gebieten unserer Arbeit, der neuen Leitung alle Möglichkeiten gibt, es für die Erfüllung seiner Funktion im Dienst unserer Sache bereit und fähig zu machen. Erich Hurwitz. Ressoriberichie Berich* des Ressorts für Unterricht und Erziehung Die Arbeit des Ressorts für Unterricht und Erziehung gehört zu den umstrittensten Gebieten. Kaum ein Ressort wird in seiner Arbeitsart so stark kritisiert und bemängelt. Dieser Schärfe der Kritik entspricht seine Wichtigkeit. Von ihm aus müßte das Kartelleben neue Impulse erhalten, ja von hier aus müßte eine Gesamtbeiebung erfolgen. Daß das in dem vergangenen Jahre nicht der Fall gewesen ist, wird von kaum einem so deutlich gewußt wie vom Verwalter dieses Ressorts. Aber die Gründe dafür 41