Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 1 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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stinas geleistet werden muß. Es ist natürlich leichter, von der antizionistischen Haltung der Regierung zu sprechen, wenn man vergißt, wie England sich bisher immer wieder gerade in dieser politisch fundamentalen Beziehung zum Beispiel in Genf, aber überhaupt in der internationalen Politik bewährt hat. Hoffen wir, daß die wirtschaftspolitische Arbeit, die wir als wichtigen Bestandteil unserer Politik in der Tat dringend gebrauchen, in der sachlichen und antidemagogischen Art gemacht wird, die gerade diesem Gebiet angemessen ist, und mit dem Verständnis für die großen politischen Zusammenhänge, das die Grenzen der Bedeutung wirtschaftlicher Einzelfragen nicht vergessen läßt. Dr. Moritz Bileski. Gesamtbericht Die Schwierigkeiten, die bei der Bildung des Präsidiums auf dem vorigen Kartelltag zu überwinden waren, sind noch in unser aller Erinnerung. Wir waren uns von vornherein bewußt, daß es nicht ganz leicht sein würde, Bundesbrüder von so verschiedener Anschauung und so verschiedenen Temperamenten zu einem arbeitsfähigen Kreis zusammen zu fassen. Wir übernahmen, trotz der klaren Erkenntnis der uns bevorstehenden Schwierigkeiten das Präsidium, weil wir glaubten, daß in der Arbeit selbst die Gegensätze hinter den Aufgaben und Möglichkeiten zurücktreten würden. Wenn wir heute zu unserm Bedauern feststellen müssen, daß die Erwartungen, die das Kartell und wir selbst in dieses Präsidium gesetzt hatten, sich nicht erfüllt haben, so lag das daran, daß das Ausmaß der aufgewendeten Energien und die reine Arbeitsleistung unzulänglich war. Daß dies so war, war nicht die Schuld der einzelnen Bundesbrüder, sondern bis auf wenige Ausnahmen waren alle Mitglieder des Präsidiums im Laufe dieses Jahres durch ernste persönliche Schwierigkeiten und unerwartete berufliche Belastungen in ihrer Arbeitsfähigkeit für das Kartell behindert. Trotzdem die hierdurch geschaffene Situation in der Mitte des Wintersemesters sehr unerfreulich sich zuspitzte, -hielten wir es doch für unsere Pflicht, uns den Versuchen, eine Katastrophenstimmung zu erzeugen, energisch entgegenzustemmen. Die wohl etwas unüberlegt eingeleitet* Aktion zur Erzwingung eines a.o.K.T., der sich zunächst einige Provinzverbindungen angeschlossen hatten, konnte abgebogen werden, ehe sie unheilvolle Ergebnisse zeitigen konnte. Ein außerordentlicher Kartelltag hätte dem Kartell nie eine geeignete Lösung der Personalfrage und eine fruchtbare Erörterung der Probleme unserer Arbeit gebracht, wie sie das Kartell bitter nötig braucht, und wie wir sie von dem bevorstehenden Kartelltag, den wir personell und sachlich jetzt sorgfältig vorbereiten konnten, erhoffen. Das Kartell ist in seinem organisatorischen Bestände zurzeit wesentlich gefestigter, als es in den letzten Jahren war. Ein Maßstab hierfür war immer der Stand der Ueberweisungsarbeit. Wir können hier mit Be- 40