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Der jüdische Student · 1928-03-01 · Heft 1 (März 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 1 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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einzelnen Fragen zu führenden Verhandlungen mit dem englischen Partner. Diese Methode — für welche auch Frumkins Artikel als Beispiel verzeichnet werden kann. — wurde von uns einer Politik entgegengestellt, die sich in Parolen grundsätzlicher Systemänderung gefiel, und die mit Demonstrationen anstelle von Wirtschafts- und rechtspolitischer Arbeit an einzelnen Fragen zu wirken suchte. Diese politische Methode sachlicher Arbeit an bestimmten Einzelfragen muß naturgemäß vor allem durch ihre Qualität zu überzeugen suchen. Sie wird daher auch darauf verzichten müssen, manche im Jischuw geläufigen Schlagworte zu vjerwenden, bei denen die Häufigkeit des Gebrauchs nicht im Einklang steht mit der sachlichen Berechtigung. (Das gelingt auch Frumkin nicht durchweg. So spielt auch bei ihm der berühmte Ueberschuß der Regierungsfinanzen eine sehr große Rolle, der ja, wie sich gerade jetzt herausstellt, keineswegs als ewige, eherne Grundlage für kolonisatorische Forderungen dienen kann; ferner trifft mai> auch bei Frumkin die merkwürdige Ueberlegung, daß die Ausgaben für die Verteidigungskräfte fast ausschließlich den Arabern zugute kämen, — während die Araber von ihrem Standpunkt aus mit mehr Recht, darüber klagen, daß diese Kosten im Jnteresse der Politik des national ^home aufgewendet würden.) Abgesehen aber von dem Erfordernis guter Qualität unserer sachlichen Arbeit dürfen wir auch hier nicht vergessen, daß nur ein Verhältnis gegenseitigen Wohlwollens und Verständnisses eine solide Basis für alle unsere Aktionen sein kann. In welchem Stile diese wirtschaftspolitische Arbeit nicht betrieben werden darf, zeigt etwa das Memorandum des palästinensischen Industriellen-Verbandes an den letzten Kongreß, als gutes Gegenbeispiel gegen die weiter oben zitierte Stimme aus der Arbeiterschaft. Da liest man, daß „hier im Lande die zionistische Politik für alle wirtschaftlichen Fragen ohne jeden maßgebenden Einfluß auf die englische Verwaltung geblieben ist", „daß die Industrie nicht nur keine Unterstützung von Seiten der Regierung erhält, sondernd dauernd durch überraschende Maßnahmen der Regierung in ihrer Existenz gestört und bedroht wird", „daß die entscheidenden Stellen der palästinensischen Regierung und die Leiter der für uns wichtigen Departements ausgesprochen antizionistische Tendenzen zeigen". Dieser Ton, — der ergänzt wird durch nicht geringfügige sachliche Irrtümer — ist nicht geeignet, die Methode wirtschaftlicher Arbeit als politische Methode zu empfehlen. Dies umsoweniger, als dieses Memorandum zugleich zeigt, wie leicht die Beschäftigung mit bestimmten wirtschaftlichen Fragen auch bei uns den Blick für politische Gesamtzusammenhänge und das Gefühl für richtige Schwergewichtsverteilung beeinträchtigt. Es wird da bereits behauptet, daß „der wesentliche Teil der politischen Arbeit der zionistischen Organisation in Erez Israel geleistet werden muß" und daß „die politische Arbeit heute vorwiegend wirtschaftspolitischer Natur ist." Also kein Verständnis mehr dafür, daß die wesentliche Aufgabe unserer Politik, der Schutz der Balfourdeklaration, nach wie vor eine rein politische — im Gegensatz zu wirtschaftspolitisch — Aufgabe ist, und daß diese Aufgabe im wesentlichen außerhalb Palä- 3Q

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