Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1928-03-01 · Heft 1 (März 1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 1 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3537599-3537794-3537795--6714-3544742
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

in dem die zionistische Bewegung zweifellos die einzige ist, die dazu fähig ist, jugendliche Herzen an sich zu reißen. Sie zeigt uns, wie in der großen jüdischen Welt der Zionismus so viel anders umstritten ist, als in der kleinen deutsch-jüdischen. Ich möchte vermuten, dal die Stellung des Zionismus in der jüdischen Welt dem, der auch das Jiddische beherrscht, noch klarer werden müsse. Eben wegen der aus diesen Verhältnissen entspringenden Schwierigkeiten ist die Beschaffung solchen Materials, auf Grund dessen unsere Kurskiter im Stande sein werden, eine wirklich gründliche Darstellung der jüdischen Gegenwart zu geben, eine der wichtigsten Aufgaben des Unterrichtsressorts im neuen Präsidium. Das Buch Ruppins, „Die Juden der Gegenwart" das im allgemeinen die Grundlage dieses Teiles unserer Fuxenktirse zu sein pflegt, enthält nicht die ungeheuren Umwälzungen, die Krieg und Nachkriegszeit über das jüdische Volk gebracht haben. Kursleiter, die sich auf das Ruppinsche Buch stützen, sollten wissen, auch solche Kenntnisse zu verbreiten, ist Aufgabe des Ressorts, daß das Buch auch starke Angriffe erfahren hat. (F.M.Kaufmann) Der Blick vieler deutscher Zionisten ist ausscüeßlich auf Palästina oder auf das deutsche Judentum und auf Palästina gerichtet. Es muH sich bei uns die Erkenntnis durchsetzen, daß diese Haltung nicht die ist, die wir von unseren Bundesbrüdern zu fordern haben. Nicht das ist mit „Verneinung des Gallith44 gemeint! In dem neuen hebräischen Roman „Tag und Nächte", der im Grunde der Roman einer Kwuzah in Palästina ist, spielen in die palästinensischen Schilderungen immer wieder solche aus den Ländern des Gallith hinein, von der Kindheit der Chaluzim von ihren Eltern und ihrer Umgebung und diese Erinnerungen wirken sich in Palästina in der Kwuzah aus. Mir scheint, daß ein Ausbau unserer Erziehung in der Richtung einer größeren Vertiefung in die Gegebenheiten und die Fragen der jüdischen Gegenwart — abgesehen davon, daß er die zionistische Ausbildung unserer Bundesbrüder intensiver gestalten wird — dazu beitragen kann, die Mißverständnisse und Spannungen zwischen den Zionisten deutscher und anderer Herkunft in Palästina zu vermindern. Diesen Aufbau zu vollführen, wird eine wichtige und schwere Aufgabe des neuen Präsidiums sein. Unseres Willens zur Mitarbeit ist es sicher. Bedarf das Leben im Kartell einer Umgestaltung? Von Walter Stein, (V.J.St. Maccabäa, Königsberg, A.H.) Die Forderung einer Revision des inneren Lebens im Kartell, welche von / «Verbindungen erhoben wurde, hat eine ernstere Beachtung gefunden, als sie sonst solchen Fragen, die nicht gerade die schwerwiegendsten Probleme unserer Arbeit zu berühren scheinen, zuteil zu werden pflegt. Grund hierfür hat man wohl richtig darin zu sehen, daß man in nicht ganz unbeachtlichen Kreisen des Kartells in diesem Schritte eine ganz natürliche- und deshalb in ihren letzten Ursachen durchaus erwünschte Reaktion auf eine gewisse Entwicklung der Nachkriegszeit, an anderen Stellen, die den Motiven dieses Aufrufs sonst innerlich fernstehen, mindestens heute 24

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.