Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 1 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537794-3537795--6710-3544738- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
soll. Wir haben einen Palästinafonds, aber er ist viel zu klein, um irgend einen auch noch so bescheidenen materiellen Wert zu haben. Wir sind, scheint mir, allen denen von uns gegenüber, die bereits nach Erez Jsrael hinübergegangen sind und drüben meist unter sehr schwierigen Bedingungen leben, verpflichtet hier Abh,ilfe zu schaffen und zwar schleunigst. Wir dürfen nicht wieder mittellos dastehen, wenn unser Landesverband Erez Jsrael uns wieder einmal in Anspruch nehmen sollte. Er tut es wahrlich selten genug. Zu fordern ist die Schaffung eines Palästina^Fonds, in den alle bisher bestehenden Unterstützungsfonds und der bisherige Palästinafonds aufzugehen haben, der gespeist wird aus freiwilligen Beiträgen aller Bundesbrüder. Seine Verwaltung soll in den Händen einer dem Kartelltag verantwortlichen Kommission liegen, die die Gelder nach kaufmännischen Grundsätzen anzulegen hat. Mit der Schaffung dieses Fonds werden wir nicht nur einer zionistischen Verpflichtung nachkommen, sondern vielleicht auch den Zusammenhang mit Palästina verstärken, dessen Fehlen heute leider nicht mit Unrecht beklagt wird. Ich habe mit diesem Artikel den Versuch gemacht, in großen flüchtigen Zügen die Möglichkeiten zu untersuchen und die Aufgaben zu zeigen, die für die zionistische Arbeit des K.J.V. bestehen. Sie sind bescheidener als jene Forderungen, die gegen Kriegsende und unmittelbar nach dem Kriege erhoben wurden. Aber sie sind nicht so bescheiden wie das Nichts, das jenen großen Forderungen gefolgt ist. Und sie sind, scheint mir, groß genug, um einen K.J.V.er ganz zu erfüllen. III. Als Ergebnis dieser Gedanken resultieren folgende programmatischen Thesen: 1) Die wesentliche Aufgabe unseres Bundes ist die Erziehung zur menschlichen Reife und zionistischen Verantwortung: zum zionistischen Mann. Subjekt dieser Erziehung ist die Verbindung, die als Gemeinschaft zugleich Schöpfer und Träger der für den einzelnen verbindlichen, wiel von ihm anerkannten Normen seines Verhaltens als K.J.V.er ist. Daraus folgt: a) Bildung und organisatorische Sicherung großer Verbindungen, die eine Erziehungstradition schaffen und bewahren können, durch Ausbau eines großzügigen Werbe- und Ueberweisungssystems auf lange Sicht. b) Entwicklung eines allgemein anerkannten Formenkanons (Komments) als automatisch, weil im Unbewußten wirkenden Faktor der Verbindungsdisziplin. Wiedereinführung der Komment-Fuxenstunde c) Bewußte Betonung der Freundschaft und Bundesbrüderliqhkeit als der entscheidenden Faktoren der Erziehungsarbeit. Primat des Persönlichen gegenüber dem Politischen im Verhältnis der Bundesbrüder zueinander. d) Pflege der Geselligkeit. Regelmäßige Durchführung geselliger Veranstaltungen. Herausgabe eines K.J.V.-Liederbuches. 2) Das Kartell hat sich mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen und auf sie Einfluß zu nehmen. Gegenstand der Kartelldiskussion (in einem all- 20