Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 1 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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lieh, daß sie überhaupt aufgerollt werden muß. Diese Dinge sollten selbstverständlich sein und nicht Gegenstand einer Diskussion. Wenn sie heute debattiert werden, so ist dies Beweis eines Notstandes, der unserer unwürdig ist und den wir noch im Laufe des kommenden Kartelljahres beheben müssen. Im Vorhergehenden habe ich andeutungsweise die Voraussetzungen genannt, unter denen sich unsere Verbindungen so zu entwickeln vermögen, daß sie ihre wesentlichste Funktion, die Funktion zionistischer Erziehungsgemeinschaften, erfüllen können. Im folgenden möchte ich zeigen, worin mir die Aufgabe dieser Verbindungen und des ganzen Kartells zu bestehen scheint. Als Repräsentanz der zionistischen Akademiker hat unser Bund zur zur deutschen Hochschule Stellung zu nehmen, d. h. zu einem kulturellen und politischen Problem, das heute recht kompliciert und in unsern Reihen alles andere als geklärt ist. Die Studenten der deutschen Hochschulen haben die Möglichkeit einer aktiven Teilnahme an den die Hochschule bestimmenden und für die geistige Entwicklung des deutschen Volkes wichtigen Tendenzen; sie haben die Möglichkeit und sie haben die Pflicht dazu. Es ist dies, scheint mir, mehr noch als eine staatsbürgerliche Pflicht, es ist die Pflicht des geistigen Menschen, an der Weiterbildung aller Oedanken mitzuarbeiten, die eine Förderung der menschlichen Gesellschaft bedeuten können. Wir K.J.V.er sind in den Kämpfen, die sich nach der Auflösung der staatlich anerkannten Studentenschaften um die Bildung neuer Organisationsformen abgespielt haben und noch abspielen, bisher beiseite gestanden. Wir haben uns überhaupt während der letzten Jahre in der Hochschulpolitik eine Reserve auferlegt, die wohl nicht den Gründen sachlicher Ueberzeugung, sondern einer außerordentlich bedauerlichen Unsicherheit, Unklarheit auf diesem Gebiet entsprang. Es versteht sich, daß dieser Zustand nicht nur unser Prestige schädigt (der Schaden wäre gering) sondern vor allem unsere zionistische Entschiedenhe,it und Eindeutigkeit. Wir haben uns jetzt darüber klar zu werden, wie wir als Zionisten ui Deutschland das Problem Staatsbürger — Volksbürger für uns zu lösen gedenken. Denn um dieses Problem und um nichts anderes geht es, wenn nicht nur der K.C. (aus allzuverständiichen Gründen), sondern auch nichtjüdische Gruppen der Freiheitlichen Studentenschaft als wichtigen Punkt ihres Programms die Forderung nach dem Bekenntnis zur deutschen Volksgemeinschaft erheben. Diese Frage ist heute akut. Schon zu Beginn des Sommersemesters werden wir gezwungen sein, Entscheidungen zu treffen, und es tut dringend not, daß wir uns mit der Gründlichkeit und dem sachlichen Ernst ihrer annehmen, der unsere Debatten früher so bedeutungsvoll für das zionistische Leben in Deutschland und zum Teil auch darüber hinaus gemacht hat. Wichtig, wenn auch m. E. im Augenblick erst in zweiter Linie, ist unsere Antwort auf die verschiedenen Fragen, welche die zionistische Jugendbewegung, welche die jüdische Jugendbewegung an uns richtet. Hier handelt es sich zunächst einmal darum, klarzustellen, was uns von der Jugendbewegung im Sinne des Blau-Weiß getrennt hat und heute trennt, IT