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Der jüdische Student · 1928-03-01 · Heft 1 (März 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 1 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Menschen aus allen Lagern des Zionismus und Absage an das Kliquenhafte und betont Bürgerliche unseres Bundes, Eroberung der zionistischen Organisation, sind ja mehr ein formales, als inhaltliches Programm. Wir haben bisher noch wenig gesagt über den Inhalt der K.J.V.-Erziehung:: welche Kräfte und welche Gedanken hat das junge K.J.V. zu bieten? Wir möchten an dieser Stelle nicht das schon allzu oft gehörte Schema,der praktischen Erziehungsaufgaben des K.J.V. aufstellen. Aus der Fülle der Aufgabe soll herausgegriffen werden. Die Erfolge unserer Erziehungsarbeit stehen und fallen mit dem lebendigen Hebräisch. Diese Forderung wird darum nicht weniger wahr ,weil ihre Erfüllung nur so winzige Fortschritte macht. Wir sehen keinen anderen Weg, das K.J.V. aus seiner geistigen Isolierung zu befreien und es mit den wahren und lebendigen Kräften des Judentums und der zionistischen Bewegung in Einklang zu bringen, als eine erneute Hinwendung zu Hebräischen. Den bisherigen Weg, Hebräisch auf dem Wege der Disziplin in das K.J.V. hineinzubringen, sehen wir als nicht geglückt an. Erst ein Bund, der von sich aus erkannt hat, daß er ohne hebräisch den zionistischen Aufgaben nicht gewachsen ist, und daß er um seiner selbst willen zum Hebräischen kommen muß, — trotz aller äußeren und inneren Schwierigkeiten — erst solch ein Bund wurd reif für eine Hebraisierung sein. Die Erlernung des Hebräischen ist gerade in einem Bunde erwachsener Menschen kein einzelner „Programmpunkt", sondern ist Krönung und Bestätigung unserer gesamten Erziehungsarbeit. In einer weiteren entscheidenden Frage muß das K.J.V. zu einer Neubesinnimg kommen. Sowohl unser Verhältnis zu Palästina, als auch unsere Beziehungen zu unseren dort lebenden Bundesbrüdern entsprechen heute bei weitem nicht mehr den bescheidensten Vorstellungen ,die wir uns je in dieser Frage gemacht haben. Auch bei uns ist auf die Phase der beherrschenden ßtellung Palästinas in unserm persönlichen Erziehungsprogramm eine weitgehende Reaktion gefolgt. Wir haben heute den Eindruck, daß die jungen K.J.V.er in überwiegender Mehrzahl für sich bereits auf eine persönliche Verwirklichung des Zionismus in Palästina verzichtet haben. Demgegenüber müssen wir betonen, daß es nicht angängig ist, unsere innere Beziehung zu Palästina von wirtschaftlichen Schwankungen des Aufbaus abhängig zu machen. In jedem von uns muß, auch wenn er noch jahrelang hier lebt, sogar wenn er immer hier leben wird, ein Rest von Aufbruchstimmung erhalten bleiben. Er muß uns daran hindern, völlig den Gesetzen dieses Lebens Untertan zu werden. Im Gesamtbund muß ein Gefühl der Verantwortung bestehen für diejenigen aus unserem Kreise, die als die Vollstrecker unseres Aufbauwillens versuchen, in Palästina sich einen Platz zu erkämpfen. Die letzten 10 Jahre haben bewiesen, daß der Eingliederung deutscher Zionisten aller Schichten und aller Altersstufen in Palästina besonders große Schwierigkeiten entgegenstehen. Diesen Schwierigkeiten werden unsere Freunde als Isolierte in Palästina niemals Herr werden können. Einen Lebenskreis, der sie dort trägt, finden sie dort nicht vor. Die Fäden nach Deutschland zerreißen sehr bald, und so haben wir gesehen, daß ausgezeichnete Menschen dort ohne Rat und Hilfe für die erste entscheidende Zeit blieben. Hier muß im deutschen Zionismus und im K.J.V. eine Umstellung erfolgen: die Anerkenntnis der Verantwortung, die wir für unsere 12

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