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Der jüdische Student · 1928-03-01 · Heft 1 (März 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 1 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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gen erst eine Antwort finden, wenn man uns zur Antwort zwingt. Ebenso wie wir hoffen, daß durch die Verbindung des K.J.V. mit der Weit der Jugendbewegung wir zu einer Neubegründung und erneuten Darstellung des. Zionismus durch die Fragen eines heranwachsenden Geschlechtes gezwungen werden, so glauben wir auch, daß wir die Art unseres Zionismus immer erneut in der Auseinandersetzung mit Zionisten anderer Art und anderer Vorstellungen werden erweisen müssen. Wir verlangen, daß sich das K.J.V. nach allen Richtungen hin im Zionismus weit öffnet und daß junge Zionisten aus dem sozialistischen und traditionstreuen Zionismus in das K.J.V. hineingehen, soweit sie dessen Voraussetzungen entsprechen, um hier für ihre Anschauungen zu werben und Menschen zu gewinnen. Wir sehen heute keinen keinen andern Kreis junger Zionisten, der für eine erneute Auseinandersetzung nach links und rechts so prädestiniert wäre, wie das K.J.V. Sowohl die intellektuellen Möglichkeiten seiner Mitglieder, als auch das Undogmatische seines Wesens ermöglichen echte geistige Kämpfe. In diesem Kampf, so hoffen wir, werden viele junge Bundesbrüder die heute noch unentschieden sind, sich zu einer dieser beiden Weltanschauungen bekennen. Andere wieder, und wir glauben, daß das der größere Teil sein wird, werden aus diesem Anprall gegensätzlicher Ideen zu einer erneuten Fundierung auch ihres Zionismus kommen. Der „bürgerliche" Zionismus, in dessen Grenzen wir uns heute bewegen, und voraussichtlich auch bewegen werden, ist heute in seinen geistigen Grundkräften bedroht. Wir leben in einer Zeit der Krise des „Bürgertums" als einer geistigen und kulturellen Macht, und wir erleben, was vielleicht noch bedenklicher ist, eine Krise des nationalen Gedankens schlechthin. Wenn es uns nicht gelingt, für diese beiden Grundelemente unseres Zionismus erneute Begründungen zu finden, sie mit den gestaltenden Kräften unserer Zeit in Einklang zu bringen, wird es keinen Neubeginn des aligemeinen Zionismus geben. Die Krise des allgemeinen Zionismus ist für uns nicht so sehr eine politische. — Im Gegenteil, der letzte Kongreß hat bewiesen, daß der soviel geschmähte, allgemeine Zionismus doch noch zu einer politischen Gestaltung unserer zionistischen Bewegung fähig ist. — Seine Krise ist in viel stärkerem Maße eine geistige. Wir sehen keinen anderen Kreis, der so sehr zur Ueberwindung dieser Not berufen wäre, wie das K.J.V.Nur ein solches K.J.V., in dessen Mitte sich die wahren Lebenskämpfe der zionistischen Bewegung abspielen werden, wird Antrieb und Kraft haben, sich der Eroberung der zionistischen Organisation zuzuwenden. Das junge K.J.V. muß wissen, daß die Zeit für seine Bewährung schon da ist, daß die zionistische Organisation darauf wartet, von einer neuen, politisch reifen Jugend erobert zu werden. Wir stehen heute am Vorbeginn eines Delegiertentages in Deutschland. Wäre es nicht Aufgabe unseres Bundes, ihn geistig vorzubereiten, die Forderungen eines jungen zionistischen Geschlechtes auf ihm zu vertreten und auch die politischen Maßnahmen zu ergreifen, um möglichst vielen Menschen des jungen Zionismus Sitz und Stimme in diesem Parlament zu verschaffen. VI. Die bisher vertretenen Forderungen: Hineinstellen des KJ.V. mit allen seinen Kräften in die jüdische Jugendbewegung, Oeffnung des K.J.V. für 11

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