Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 25 (1928)
- Issue
- Heft 1 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelingen unseres Werkes ruht, nicht so beruhigt und so frei von Zweifeln sich seiner Arbeit hingeben kann, wie es heute das K.J.V. scheinbar tut. Die Schwierigkeit unserer jüdischen und zionistischen Situation ist wohl negativ dadurch am stärksten charakterisiert, daß die allgemeinen Parolen heute ihren Sinn verloren haben und daß nur das Detail, das Konkrete, das Individuelle heute noch erzieherischen und menschenformenden Wert hat. Während in den Anfagszeiten des Zionismus das Aussprechen der zionistischen Formel schon eine Werte schaffende Tat war, kommt es jetzt darauf an, was unsere Generation aus dieser Formel für ihr Leben macht, und so wird heute weniger denn je eine Tagung ihren Zweck damit erfüllen können, daß sie nach „Formeln" für unsere Existenz und unsere Aufgaben sucht. Der Sinn einer jeden Neuorientierung kann nur darin liegen, daß man sich in der Wirklichkeit, in die wir hineingestellt sind, nach den konkreten Aufgaben umsieht, die auf uns und nur auf uns warten. Und so wird man es nicht vermeiden können, dem K.J.V. oft Gesagtes immer wieder sagen zu müssen. Die Konstellation unseres zionistischen \und jüdischen Daseins ändert sich nicht so schnell, als daß Aufgaben, die vor 2 und 3 Jahren zu erfüllen waren, nicht auch heute noch der Erfüllung bedürfen. Wir wollen in diesem Zusammenhang aus der Fülle des zu Tuenenden nur das herausheben, was in der nächsten Kartellperiode die Arbeit des K.J.V. unserer Meinung nach charkterisieren wird. III. Gibt es für das junge K.J.V. spezifische Aufgaben? Heute befindet dich der junge K.J.V.er nach unseren Vorstellungen im wesentlichen im Vorbereitungsstadium auf seine zukünftigen Aufgaben. Wir sehen im K.J.V. die zukünftigen Träger des zionistischen Gedankens und der zionistischen Arbeit im Galuth. Wir bereiten für die persönliche Verwirklichung des zionistischen Gedankens in Erez Jsrael vor. Unsere politische Bildungsarbeit, die hebräische Ausbildung, das Hineinführen in die zionistische Tagesarbeit, alles gewinnt seinen Sinn und Wert erst durch die Vorstellung von einer späteren Bewährung. Die einzige vollgültige zionistische Aufgabe, die heute schon das K.J.V. erfüllt, ist die Werbung neuer Menschen, die dann auch ihrerseits der Vorbereitung auf späteres zionistisches Tun zugeführt werden. So wesentlich und so bedeutungsvoll diese vom K.J.V. geleistete Vorbereitungsarbeit ist, so kann ein Bund entschlossener Menschen doch auf die Dauer nicht der Aufgaben entraten, die schon heute ihren Wert in sich tragen. Erst aus solch einem Tun wird im K.J.V. jene Lebendigkeit wachsen, die aus dem Bewußtsein des rechten Weges kommt. Zwei Aufgaben, sehen wir, die das K.J.V., vielleicht nur das K.J.V., erfüllen kann. 1.) Aufbau und Führung einer neuen, zionistischen Generation, 2.) Erneuerung der zionistischen Organisation, ihrer Menschen und ihrer Institutionen durch direkte persönliche Anteilnahme am zionistischen Geschehen. Beide Forderungen klingen dem K.J.V .nicht neu. Man wird sie ihm solange wiederholen müssen, bis es einen ernsthaften Anfang mit ihrer Verwirklichung gemacht hat. IV. Das junge K.J.V. muß heute den Neuaufbau einer zionistischen Jugend als seine Aufgabe empfinden. In der Nachkriegsepoche hat das K.J.V. mehr- 7