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Der jüdische Student · 1928-03-01 · Heft 1 (März 1928) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
25 (1928)
Issue
Heft 1 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Zum Karieilisg Erweiterung unserer Grundlagen. Von Siegfried Kanowitz, Berlin. I. Dieser Kartelltag muß, wenn er seinen Zweck erfüllen soll, dem K.J.V. eine gundlegende Neuordnung seiner Arbeit und den Beginn einer Neuorientierung seiner Ziele und Aufgaben bringen. Am dringendsten bedarf die Frage der Leitung einer endgültigen Lösung. Niemals wohl war das K.J.V. so ohne jede Führung gewesen, wie in der letzten Kartellperiode. Die Institution des Präsidiums hat in der Vorstellung der jüngeren K.J.V.er leider viel an Wert verloren. Die Tatsache, daß eine Reihe von Verbindungen trotz des Fehlens einer autoritativen Leitung zufriedenstellend gearbeitet haben, die Tatsache, daß die Werbeerfolge des K.J.V. niemals so gut waren wie im letzten Jahr, hat zu der irrigen Auffassung geführt, daß die Frage der Leitung keine Lebensfrage des Kartells sei, sondern daß es genüge, ein Präsidium zu haben, das den Ablauf der Kartellgeschäfte einigermaßen sicherstellt. Demgegenüber muß sich dieser Kartelltag zu dem Grundsatz bekennen, daß ein Bund, wie das K.J.V., eine Leitung haben muß, die ihn seinem geistigen und politischen Wollen nach gebührend in der zionistischen und jüdischen Oeffentlichkeit repräsentiert und die stark und autoritativ genug ist, um die Entwicklung des K.J.V. von sich aus entscheidend zu beeinflussen. Daß die Leitung für die ordnungsgemäße Durchführung der Kartellgeschäfte befähigt sein muß, ist ja überflüssig zu betonen. Man darf aus der offenbaren Not der letzten Jahre nicht eine falsche Antithese herleiten zwischen „Arbeitspräsidium" und einem Präsidium der „Repräsentation". Wir sind auch nicht der Meinung, daß ein Bund wie das K.J.V. sich eine „Schonzeit" geben darf, in der es sich konsolidiert, um dann sich wieder anspruchsvolleren Aufgaben hinzugeben. Wir haben den Eindruck, daß heute das K. J. V. in seinen organisatorischen Aufgaben konsolidiert ist, daß die Arbeit der Verbindungen eine gewisse Stetigkeit erlangt hat, daß die Diskussion nach der Existenzberechtigung des K ' J. V. heute der Vergangenheit angehört und daß innere Verfassung des Bundes und die Konstellation der jüdischen Welt heute das K.J.V. zu großen und entscheidenden Aufgaben aufrufen, denen es sich jetzt aber mit aller Eindeutigkeit hingeben muß. Nur ein Präsidium, das imstande ist, das K.J.V. jetzt ohne Verzögerung diesen, seinen eigentlichen Aufgaben zuzuführen, wird die Leitungsfrage unseres Bundes lösen können. II. Die grundsätzliche Diskussion über Wesen und Aufgaben des K.J.V. hat in den letzten Jahren geruht. Wenn wir die „J.St." besonders des letzten Jahres durchblättern, so werden wir vergeblich nach den uns aus den ersten Nachkriegsjahren so wohl bekannten Aufsätzen über die Krise im K.J.V. oder die Aufgaben des K.J.V. oder dergl. suchen. So sehr wir darin einerseits ein Zeichen der Gesundung sehen, so glauben wir doch, daß ein Bund junger Zionisten, auf dem heute eine so große Verantwortung für das 6

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