Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Die Sorge, daß das Kartell durch Gewohnheitsrecht — Bonn war schon eine Verwässerung des Campgedankens, in diesem Jahr sprach man von einem Camp, aher es fiel aus, im nächsten denkt man vielleicht schon nicht mehr daran — von dem Camp als allgemeiner Kartell Veranstaltung abkommt, veranlaßt uns, den Weg in die Kartellöffentlichkeit zu gehen. Wir sind der Ansicht, daß ein Camp für das Kartell in seiner augenblicklichen Form von ungeheurer Wichtigkeit und nicht zu entbehren ist. Eine solche Veranstaltung festigt die Verbindungen in sich, da sich die Bundesbrüder durch gemeinsame Fahrt, gerneinsames Wohnen, gemeinsame Erlebnisse sehr schnell näherkommen; ein Problem, mit dem die Verbin- Zrer Frage der studentischen Form. Von Hans Capell, V. J. St. Kadimah B o n n. Als die Kriegsgeneration beim Zusammenbruch der alten Ordnung in revolutionärer Hochspannung und unter dem Einfluß des Kriegserlebnisses die studentischen Formen abwarf,, da geschah das in dem Glauben, daß nunmehr die Zeit gekommen sei, die Assimilation in Gestalt des deutschen Studententums abzuwerfen und — wenn nicht sogar neue Formen zu schöpfen — eine dem jüdischen Volke adäquate Lebensweise zur Grundlage auch unseres Lebens zu machen. Diese Vorstellung war beeinflußt von den gegen Ende des Krieges nach Europa übergreifenden Gedankengängen — und nicht zuletzt der Organisation — des Hapoel Hazair. Man streifte düngen speziell in den Großstädten Berlin, München, Köln, Breslau schwer zu kämpfen haben und auf dessen Lösunng ein Hauptteil der Semesterarbeit geht. Das Camp fördert auch die Verbindung der einzelnen Kartellkorporationen, man lernt sich kennen, knüpft freundschaftliche Beziehungen an und tauscht gegenseitige Erfahrungen aus. Daher müssen wir eher danach trachten, diese Art von Veranstaltungen auszubauen und gut vorzubereiten als sie eingehen zu lassen. Nur durch persönlichen Konnex können die Kartellkorporationen einen innerlichen Zusammenhang bekommen, um für die wichtigen Aufgaben des Kartells stark zu werden. Mit Rundschreiben ist da nicht za helfen. alles ab und gab schließlich den akademischen Rahmen des Kartells auf, aber an dessen Stelle setzte man — nichts. Die beschwingte Zeit der Balfourdeklaration und der zionistischen Nachkriegserfolge, der elementare Aufschwung der Jugendbewegung verdeckten das Fehlen der Formen zionistischstudentischen Lebens. Aus dem Kampf der formgebenden und chaotischen Kräfte ist ein Zwitterding entstanden, wenn — ja — wenn wir nicht den Mut zur Konsequenz finden. Die Zeit der klassischen Jugendbewegung ist vorbei, die Hochflut der Ideen ist abgeebbt. Wir müssen uns nach neuen Erfordernissen orientieren. Unser Weg kann nicht der des J. J. W. B. sein, der Assimilation an das Ostjudentum fordert. Wir gehen von der Erkenntnis aus, daß wir jüdische Studenten an