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Der jüdische Student · 1927-12-01 · Heft 3 (Dezember 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 3 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Inzwischen war eine neue Macht in Negd aufgekommen. Als Turki 1831 durch seinen Vetter Misari ermordert wurde und Feisal ihm folgte, war in Er-Rijad ein Mann namens Abdallah in Rasid aus Hajil, der Feisal große Dienste leistete und Einfluß gewann. Dies ist der Vorfahr der Ihn Rasid, die heute die Gegner der Ihn Saud sind. Er starb 1844 zu Hajil als Gouverneur seiner Heimatprovinz Sammar, wo er sich sogar eine Leibwache halten durfte. Sein Sohn Talal gewann noch mehr Macht in Hajil, wohin er Kaufleute aus Basra und Bagdad zog. Schließlich machte er sich ganz unabhängig von Er-Rijad. Gepeinigt durch innere Krankheit, erschoß er sich 1867. Nach Ermordung anderer Prätendenten wurde 1868 in Hajil Mohammed ihn Rasid, der dritte Sohn Abdallahs, Herrscher, der dort eine scharfe Regierung führte. Die Karawanenstraßen waren sicher und Räuber selten unter ihm. Im Jahre 1886 ergriff er die Gelegenheit, die Zustände in Er-Rijad zu ordnen, wo zwei Neffen den Emir Abdallah bin Feisal ergriffen und gefangengesetzt hatten. Mohammed ihn Rasicl setzte zwar den Thronräuber ab. führte aber den Emir Abdallah selbst nach Hajil und ließ einen jüngeren Bruder von ihm als Gouverneur in Er-Rijad. Mit der Türkei stellte Mohammed ihn Rasid sich gut, nannte sich deren Verbündeter und zahlte einen kleinen Tribut an den Großscherif in Mekka als Anerkennung der Oberhoheit der Türkei. Im Jahre 1890 machten die Anhänger der Ihn Saud einen Versuch, das alte Reich wieder herzustellen, aber vergeblich. Als Mohammed ihn Rasid 1897 starb, war er der Herrscher von ganz Innerarabien. Sein Nachfolger Abd ul-Aziz Mitab bin Mohammed ihn Rasid fiel in einem Gefecht 1906; und dessen ältester Sohn wurde im folgenden Jahre von einem seiner Vettern, Sultan bin Hamid Ihn Rasid ermordet. Es folgte Saud ibn Rasid, der etwa 1886 geboren ist. In seiner Jugend, denn er kam mit 12 Jahren zur Regierung, war ein gewisser Zamil es-Sabban Regent, der gegen die türkische Regierung und gegen die Fremden eine freundliche Haltung einnahm. Es gelang ihm. Er-Rijad zu erobern, die Erben des Emir flohen und fanden Zuflucht in Kuweit. Die beiden widerstreitenden Parteien in Innerarabien waren also die Sippen der Ibn Saud in Er-Rijad und die der Ibn Rasid in Hajil. Die Verhältnisse verändern und komplizieren sich nun, nachdem England im geheimen und stillen eingriff. Lord Curzon hatte als eine seiner ersten Regierungshandlungen am 23. Januar 1899 einen Vertrag mit dem Häuptling von el-Kuweit abschließen lassen, um den persiclien Golf als Vorfeld für das Indische Kaiserreich sicherzustellen und besonders um den deutschen Plänen mit der Bagdad-Bahn entgegenzuarbeiten. Die Pläne der Engländer gingen zielbewußt darauf hinaus, sich einen mächtigen Anhang in Innerarabien zu schaffen, der gegen die Türken gerichtet war. Mubarak ibn as-Sabah, der Häuptling von Kuweit, der seit dem Vertrag vom 23. Januar 1899 an den Engländern einen Rückhalt hatte, und der wegen der wachsenden Macht der Ibn Rasid in Hajid fürchten mußte, daß sein Anteil an dem Gewinn der Karawanenstraße von Mesopotamien nach Mekka geschmälert würde, unternahm im Jahre 1900, unzweifelhaft mit englischer Unterstützung durch Gewehrlieferungen und vielleicht auch mit englischen Kanonen, einen Zug ins Innere, unterstützt von dem Haupt

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