Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3537599-3537790-3537793--6670-3544698- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Stadt der Schiiten, getan hatte. Im Jahre 1795 besuchte der Engländer Rainaud in politischer Mission im Auftrage des politischen Residenten Manest in Gren-Kuweit Darija, den Sitz des Wahhabitenemirs, traf aber jedenfalls den Abd ul-Aziz nicht mehr lebend an. Die Türkei rührte sich anfangs trotz des Verlustes der heiligen Orte nicht. Erst 1811 beauftragte sie Mehmed Ali, von Aegypten aus vorzugehen, der eine Expedition unter seinem Sohne Tusun Pascha entsandte Mekka und Meclina wurden 1812 erobert, aber die Türken wurden bald.darauf bei ßeclr geschlagen. Eine zweite ägyptische Armee unter Mustafa Bey nahm Taif. Endlich konnte Mehmed Ali selbst den Wahhabitenchef bei Besel, in der Nähe von Taif, schlagen. Der Wahhabitenchef Saud III. war im April 1814 in seiner Hauptstadt Darija am Fieber gestorben, und sein Sohn Abdallah bin Saud ihm gefolgt. Mit diesem wurde Frieden geschlossen. Aber schon im August 1816 gab es einen neuen Feldzug gegen die Wahhabiten unter Ibrahim, dem Sohne Mehmed Alis Ein Stamm nach dem anderen fiel von den Wahhabiten ab, und die Hauptstadt Darija wurde 1818 ohne Kampf erobert. Der gefangen nach Konstantinopel gebrachte Abdallah wurde dort am 18. Dezember 1818 hingerichtet. Im Auftrage der englischen Regierung verhandelte Kapitän Sadler etwa 1820 in Darija mit dem Sieger Ibrahim Pascha. Vorher hatten die Engländer schon 1809 die von den Wahhabiten gestützten Seeräuber bei Ras el Cheima geschlagen, sich jedoch geweigert, dem bedrohten Oman zu helfen. Der Einfluß der Wahhabiten aber wuchs bald wieder. Der Vetter des hingerichteten Abdallah, Turki bin Abdallah ihn Saud, wurde zum Emir von Negd ausgerufen, vertrieb den ägyptischen Gouverneur, wenn er auch noch der Form wegen kleine Abgaben an die hohe Pforte zahlte, bis er 1831 (1833?) ermordert wurde. Sejjicl Said von Oman zahlte Tribut an die Wahhabiten, während die Engländer sich neutral verhielten. Der Sohn Türkis, Feissal, lehnte sich offen gegen Aegypten auf, das in einer neuen Expedition den Negd unterwarf, 1838 auch El- Hufhuf und El-Oatif auf kurze Zeit durch Chursid Pascha besetzte. Gegen das Vordringen der Aegypter legte der englische politische Resident am Persischen Golf formellen Protest ein, der auch den Trucial Chefs die Zusicherung gab, sie gegen die Aegypter zu schützen. Auf die Vorstellungen der englischen Regierung haben die Aegypter im Mai 1840 Negd verlassen, dort aber als ihren Gouverneur einen Vetter Feissals eingesetzt. Auf Grund dieser Eroberung beansprucht die Türkei noch heute die Oberhoheit über Innerarabien. Die Einsprüche Englands damals sind wohl darauf zurückzuführen, daß zur selben Zeit Mehmed Ali durch die europäischen Mächte gezwungen wurde, auch Syrien zu räumen. Feisal wurde nach Aegypten verbannt, konnte aber 1843 zurückkehren und bis zu seinem Tode (1805) den Negd regieren. Oman mußte wieder Tribut an Feisal zahlen (erst 5000, dann 12 999 Taler). Sein Sohn Abdallah bekam Streit mit seinem Bruder Saud und rief die Türken ins Land, die, wie wir sahen, damals von Bagdad aus El-Hufhuf und das Land El-Ahsa besetzten. Abdallah konnte die Macht nicht an sich bringen, sein Bruder Saud blieb Herrscher bis zu seinem 1874 erfolgten Tode in Er-Rijad, das jetzt der Hauptort war. Er war es, der England versprach, Masqat gegen Zahlung eines Tributs nicht zu belästigen.