Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Oelfrage im Mossuigebiet. Die Oelfrage ist nicht identisch, wenn auch zusammenhängend, mit der politischen Frage. Das Interesse der Mächte an Irak-Mossul ist ein politisches. Wir geben aber — weil das Oel-Problem dabei eine Rolle spielt und in der Presse häufig berührt wird — nachstehend einige Zahlen und kurze Angaben. 1. Es gibt drei Gegenden mit Oelvorkommen: a) ein südpersisches Gebiet um Maidan-i-Naphtun, b) das Gebiet der Asphaltlager von Hit, c) das Mossul-Wilajet. Die beiden ersten liegen außerhalb des strittigen Gebietes. Das Mossul-Wilajet wird umstritten. Wichtigster Punkt daselbst ist Gajara. lieber den Umfang des Erdölvorkommens ist Genaueres nicht bekannt. Heute findet noch keine Ausbeute statt. 2. Kapitalistische Beteiligungen: 1901 d'Arcy erhält in Südpersien eine Konzession. 1914 Die Oel-Konzessionen für Mossul und Bagdad gehen auf die Turkish-Petroleum-Company über. 50 Prozent der Anteile erhält die Anglo-Persian-Oil-Company, 25 Prozent die Royal- Dutch-Oii-Company, 25 Prozent die Deutsche Bank. Während des Krieges sichert sich England durch den Sykes-Picot- Vertrag 75 Prozent der Anteile. Die Engländer sind jedoch bereit^ auf den Anteilsbesitz zugunsten des Landbesitzes zu verzichten. 3. Irak-Oel-Frage: Regelung 1924: Konzession auf 75 Jahre an die Turkish-Petroleum- Company. deren Anteile sich wie folgt verteilen: 25 Prozent an französische Gesellschaften, 25 Prozent an die Royal-Dutch-Oil-Company, 25 Prozent an die Anglo-Persian-Oil-Company und 25 Prozent an die Standard-Oil-Company. Die Walihabiten. Im Jahre 1696 wurde in Wasit in Negd Mohammed bin Abd el- Wahhab vom Stamme Tamin geboren, der von seinem Vater im Hambali- Ritus erzogen wurde und an den Hauptorten des Islam studierte. Auf seinen Reisen schreckte ihn die Entwicklung ab, die der Islam genommen hatte, und er begann eine Rückkehr zur alten reinen Religion zu predigen. Insbesondere verwarf er die Igma, die Anbetung der Heiligen und Verehrung der Heiligen Gräber; er verbot den Gebrauch von Tabak, Seide, Gold, Musik und allen sonstigen Luxussachen; nur Wohlgerüche waren ihm erlaubt. Rückkehr zum puritanischen Ur-Islam v/ar sein Ziel. Der Priester fand in einem Weltmann den Verbreiter seiner Lehre. Der Emir Mohammed ibn Saud von Darija in Negd nahm seine Lehre an und verbreitete sie auch nach dem Tode ihres Begründers (1765). Um 1789 war die Lehre über fast ganz Innerarabien verbreitet, hauptsächlich durch die Bemühungen des Sohnes von Mohammed ibn Saud, Abd ul-Aziz ibn Saud, der 1804 von einem persischen Fanatiker ermordert wurde, nachdem er sogar Bahrain erobert hatte. Dessen Sohn Saud II. hatte am 27. April 1793 Mekka erobert, wie er es zwei Jahre vorher mit Kerbela, der heiligen