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Der jüdische Student · 1927-12-01 · Heft 3 (Dezember 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 3 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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seiteil amerikanischer Oelinteressenten ein Einspruch gegen die Abmachungen erhoben wurde, stellte man das ursprüngliche Abkommen auf einer Konferenz in Paris im Februar 1919 zur Diskussion, und warf damit auch die Frage des territorialen Besitzes des Mossulwilajets erneut auf. Es scheint, daß auf diesen Verhandlungen die Engländer den Versuch machten, die Stellung Feissals gegen das Oel auszuspielen. Sie erklärten sich für die Unterstützung der Ansprüche des Haschimiten auf Syrien und weigerten sich zugleich, das französich-engiische Oelabkommen zu ratifizieren. Auf Vermittlung Amerikas wurde eine Kommission nach Syrien entsandt (die sogenannte King-Crane Kommission), die zunächst einmal die Stimmung der syrischen Bevölkerung erforschen sollte, während zugleich die Verhandlungen der Alliierten weitergingen. Bis zum Ende des Jahres war jedoch keine Verständigung möglich. Als es sich schließlich zeigte, daß die Reibereien zwischen Engländern und Franzosen zu unhaltbaren Zuständen führten, wurde schließlich am 15. September 1919 ein Besatzungsabkommen getroffen, das Frankreich streng auf seine Ansprüche aus dem Sykes-Picot-Abkommen beschränkte, hingegen die Araberregierungin Damaskus, die proenglisch war, vorläufig weiter im Amte beließ. Diese Tatsache wurde von den Engländern benutzt, um durch moralische Unterstützung der syrischen Nationalisten die Lage Frankreichs weiter zu erschweren. Als im Frühjahr 1920 durch die türkischen Nationalisten die Lage für die Franzosen auch militärisch schierig zu werden begann, hatten die Engländer gewonnenes Spiel. Es gelang ihnen, die ursprünglichen territorialen Abmachungen gegen die Zugestehung der französichen Oelbeteiligung und die Preisgabe Feissals zu erhalten. Mossul fiel damit endgültig den Engländern zu. Am 28. Januar 1920 hatten die Deputierten der Nationalversammlung von Angora im Artikel I beschlossen, daß „das Schicksal der Gebiete des türkischen Reiches, die ausschließlich von arabischen Mehrheiten bewohnt werden und die sich seit dem Abschluß des Waffenstillstandes vom 30. Oktober 1918 unter der Besetzung der feindlichen Armeen befinden, nach dem freien Willen geregelt werden muß, wie ihn die lokale Bevölkerung ausspricht11. Die Türkei verlangte also nichts weniger als eine Volksabstimmung über das Schicksal des gesamten Mossulwilajets. Irak. Sofort nach der Eroberung des Landes durch die anglo-indischen Truppen richteten 'die Engländer eine neue Verwaltung in dem Lande ein, die zunächst durch die Okkupationsbehörden ausgeübt wurde. Diese Regierung hatte mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, als 1920 eine Welle nationalen Selbstbewußtseins, ausgehend von Angora bis nach Aegypten und Indien, ihre Auswirkungen zeigte. Mesopotamien hatte insbesondere unter den Wirkungen der Propaganda des arabischen Kongresses, in Damaskus zu leiden, der zwar seine Tätigkeit in der Hauptsache gegen die Franzosen richtete, aber ebensosehr gegen die Oberaufsicht der Engländer hetzte. Fehlerhafte Behandlung der Nomadenstämme durch die Okkupationsbehörden trug das weitere zu der Verschlimmerung der Lage bei, die 1919/20 in einem allgemeinen Aufstand aller mit nomadischer

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