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Der jüdische Student · 1927-06-01 · Heft 2 (Juni 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 2 (Juni 1927)
Date
1927-06-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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Bericht über den VIT. Karlelltag des K. J, V. 27 Ucbungcn; 7. und 8. Semester: Mittelschwere Bibeltexte und moderne hebräische Literatur. Neben dem politischen Wissen soll jüdische Volkskunde getrieben werden. Hier handelt.es sich vor allem um Fresseberichte. Diese haben bisher nicht das Wesentliche getroffen, weil sie ausschließlich vom lokalen Gesichtspunkt ausgingen. Man muß Stoff aus der gesamten Weltpresse herbeischaffen. Es ist auch die Veranstaltung einer Reihe von Seminaren über jüdische Demographie vorgesehen: die Lebensverhältnisse der Juden in ier Welt, ihre Sprache, ihre Bildung und kulturellen Verhältnisse. Nachmannsoim: In der gestrigen Debatte stand bedauerlicherweise die mehr formale Frage der Politisierung zu sehr im Vordergrund. Ich olaube, es ist für uns von entscheidender Bedeutung, neue Menschen zu gewinnen, und es wäre im wesentlichen Aufgabe dieses Kartelitages gewesen und gerade der politischen Debatte, unsere Situation daraufhin zu überprüfen, welches die Mängel sind, die zu dem starken Rückgang unserer Keilerfolge geführt hab ein« und welche Wege wir zur Hebung dieses Mißstandes einschlagen sollen. Denn nach wie vor bleibt eine der wichtigsten Aufgaben des Kartells, Bresche zu schlagen in das deutsche Judentum. Wenn ich in der Erziehungsdebatte dazu Stellung nehme, so ist der Grund, daß ich das Versagen der Keilerfolge neben vielen anderen objektiven Momenten auf das häufig nicht ausreichende Bildungsniveau unserer Bundesbrüder zurückführe. Der deutsche Zionismus wird in erster Linie eine Akademikerbewegung bleiben und sich stets nur an eine Schicht von Intellektuellen wenden. Ich habe in letzter Zeit oft die Erfahrung machen können, daß die Bildung der Menschen anderer Vereine vielfach der unserer Bundesbrüder überlegen ist. Die Kraft der Idee allein reicht nicht immer aus, Menschen zu überzeugen — sie muß mit genügender geistiger Fundieruag vorgetragen v/erden. Diese Erkenntnis ist von uns auf den letzten Tagungen wiederholt ausgesprochen worden. Wir sind jedoch nicht weitergekommen. Ich schlage deswegen vor, daß die Leitung unseres Bundes einen Kreis von etwa 15 Leuten schafft, der mehrmals im Jahre in Berlin zusammenkommt und in mehrtägigen Seminaren wirklich zionistischideologisch fundiert wird. Von einem derartigen Kreis würden zweifellos neue zionistische Energien ausstrahlen. Ich bin überzeugt, daß dieser Plan von der Z. V. f. D, unterstützt werden würde, da sie an der Schaffung eines derartigen Kreises größtes Interesse haben düxl'e. Im weiteren Verlauf nimmt der Redner gegen verschiedene Anschauungen S.ellung, die Holdheim in seinem Aufsatz „Bruch mit der Tradition" in der „Jüdischen Rundschau" vertritt. Zionismus bedeutet ans in erster Li-ue die Voraussetzung für eine neue uad unbehinderte Entwicklung jüd'scher Art und jüdischen Geistes. Wenn wir in Anlehnung an die Renaissance des Quatro- und Quintocento von jüdischer

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