Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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25 K. J. V. war immer, -daß es eine Position für die zionistisch Arbeit in Deutschland bilden soll. Alles andere war diesem Gesichtspunkt unterworfen. Es ist notwendig, mit aller Energie an die Gewinnung und Erziehung neuer Menschen heranzugehen. Es ist wicäiig, daß man dafür sorgt, daß die gewonnenen Zionisten wissen, was sie tun sollen. Es betrübt mich, zu sehen, daß das K. J. V. der heutigen Situation gegenüber nicht weiß, wie es weiter gehen soll und keine neuen Wege für die Arbeit zu finden vermag. Menschen, die mit der zionistischen Arbeit rieht eng verbunden 9ind, könnten die ' K. J. V.-Arbeit nicht leisten Eine Scheidung zwischen der K. JL V.-Arbeit und allgemeiner zioiistischer Arbeit ist verhängnisvoll. Er habe immer wieder versucht, das Kartell in die zionistischen Zusammenhänge hineinzuführen. Die Arbeit im K. J. V. sei eine eklatant zionistische Arbeit. Es sei unbedingt notwendig, das Präsidium so zusammenzusetzen, daß man diese wichtige Funktion erfüllen könne. Er sei unzufrieden, nicht weil nan das Präsidium angegriffen hätte, sondern weil die wesentlichste! Probleme nicht berührt worden seien. Er sei enttäuscht» daß er sni die offene Frage, wie man sich die Weiterführung der zionistisches, und der K. J. V.¬ Arbeit vorstelle, aus diesem Kreise und während ekr Diskussion keine Antwort erhalten habe. Um 9,30 Uhr abends wird die Sitzung wieder eröffnet. Namens der Permanenzkommission schlägt da: Vorsitzende, Bbr. Schloßberg, vor, dem Präsidium — entsprechend dem Antrag der Maccabaea Königsberg — Decharge zu erteüfen und den Antrag des Sport-V. J. St. abzulehnen. Der Vorschlag wki angenommen. Salli Hirsch stellt als Präside des Kartellteges fest, daß dem Präsidium Decharge erteilt worden ist, und gibt Bbr. Moritz Biieski das Wort zu seinem Referat über zionistische Politik*}. Biieski .gab in einer zweistündigen Rede ein Bild der Stellung Palästinas im Komplex der internationalen. Miiäelmeerpolitik. Er wies auf alle Kräfte hin, die heute innerhalb dar Mittelmeerpolitik um Geltung ringen, und gab eine vollständige ITebersicht über die Fragen moderner jüdischer Politik. Er schilderte die Beziehungen zum Völkerbund, zu England, zur Araberfrage. Nach Biieski sprachen Lichtheim, Nah um G o 1 m a n n und Blumenfeld, die in groß angelegten Diskussionsreden die Anschauungen ihrer politischen Gruppen auseinandersetzten. Jeder von uns, der die großen politischen Diskussionen des letzten Winters miterlebt hat, konnte feststellen, um wieviel objektiver, weniger po- *) Vergleiche dazu die Einleitung auf der ersäen Seite.