Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Blumenield bedauert, daß der öffentliches Veranstaltung jede Feierlichkeit und der Geist echter BundesbrüdcrEchkcit gefehlt habe. Das K. J, V. habe im deutschen Zionismus immer eine bestimmte Rolle gespielt. Auf den Kartelltagen wurde immer die Frage behandelt, wie bewähren sich die Menschen, und wieviel und welche gewinnen wir? Das K. J. V. war stets politisiert. Die bewegenden Kreise waren politisch einheitlich, die hinausgehenden Gruppen in politischer Beziehung verschieden. Nach der Fusion von B. J. C. und K. Z. V. führten politisch einheitliche Gruppen das Kartell. Politisierung ist heute künstlich nicht zu schaffen; sie würd in einem lebendigen K. J. V. von selbst entstehen. Die Frage der Existenz des K. J. V. ist heute wie stets: haben wir als Gemeinschaft noch attraktive Kraft? Wie ist diese zu erhöhen? Durch kämpferische Auseinandersetzung mit der nichtzionistischen Weift» durch gemeinsame Gesinnung, geeinte Gesellschaft. Auf dem Kartelltag sollen sich Kreise bilden, die dem K. J. V. den Stempel aufdrücken. Blum: Wir müßten versuchen, aus der verfangenen Epoche zu lernen, um Fehler zu vermeiden. Das Präsidium könne nicht als Exponent der im Kartell lebendigen Kräfte gelten* Foerder und Kanowitz hätten in der Z. V. f. D. in vorbildlicher Weise gearbeitet. Diese Arbeit dürfe aber niemals dazu führen, daß das Präsidiur sich dem Kartell entfremdet. Redner unterzieht sodann sämtliche Resscrts einer scharfen Kritik und begründet den Mißtrauensantrag des Sport-V. J. St. Hurwitz wendet sich gegen die Auffassung, daß die Politisierung ein künstlicher Versuch sei, durch eine neue Parole das Kartell zu beleben. Von allen Diskussionsrednern ist die Wichtigkeit und . Notwendigkeit der politischen Erziehung im Kartell hervorgehoben worden. Die Entwicklung des Kartells ist immer entscheidend durch die Gesamtsituation des Zionismus beeinflußt worden. Der Zionismus ist und erscheint heute sehr viel stärker als früher als ein politisches Phänomen; politische Auseinandersetzung und politische Entscheidungen bestimmen heute wesentlichste Bezirke des zionistischen Lebens. Wir stehen also vor der Aufgabe, unseren Bundesbrüdern diese Entwicklung zugänglich zu maenen, den einzelnen K. J, V.er soweit zu bringen, daß er an der zionistischen Politik durch Stellungnahme und aktives Eingreifen siel: beteiligt. Dieser Aufgabe versuchten wir, durch Darstellung der objektiven Voraussetzungen der zionistischen Politik gerecht zu werden. Es hat sich gezeigt, daß die reine Darstellung und Vermittlung des Tatsachenmaterials eine lebendige Anteilnahme des Kartells an den gestaltenden Kräften der zionistischen Gegenwart nicht erzeugt hat. Wir verstehen unter Politisierung, daß die wichtigsten grundsätzlichen Fragen der zionistischen Politik nicht mur dargestellt und erörtert, sondern zur Entscheidung gebracht werben. Wir gehen dabei von der Vorstellung aus, daß die Einbeziehung politischer Entscheidungen in die spezifischen Sphären unsers Kartellebens eine