Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Bericht über den VII K,rtelltag des K. J. V, Fragen. Beide Verbändeder K. J. V. und der K. C, haben sich heute ausemandergelebt. Abgesehen von der völlig anderen jüdischen Entwicklung unterscheiden sich beide dadurch, daß für sie ein verschiedenes menschliches Idealbild maßgebend ist. Es ist verkehrt, daß wir, wie man öfters behauptet, keine Beziehung zur e deutschen Umwelt haben. Richtig ist vielmehr, daß bestimmte deutsche Kulturgüter bei uns bereitere Aufnahme gefunden haben, als in anderen Kreisen. Das K. J. V. pflegt seine Beziehungen zur deutschen Welt, allerdings zu einem Deutschland, das charakterisiert wird durch Namen wie etwa Max Weber, zu jenem Deutschland, das sich bemüht, ein Teil der universellen geistigen Welt zu sein. Das Weltbild des deutschen Burschenschafters wurde dagegen von uns immer abgelehnt. In einem weiteren Teil beschäftigt sich Foerder mit der Frage der Zusammenarbeit mit dem Blauweiß und sucht die Haltung des Präsidiums in dieser Angelegenheit aus den Notwendigkeiten der Situation zu erklären. Er geht auf die einzelnen Phasen der Entwicklung ein und kritisiert, daß in unserer Diskussion allzu sehr die organisatorische Seite des Problems betont worden sei. Wichtig ."sei der Grundgedanke, alle Menschen einer bestimmten seelischen Situation zu sammeln. Die heutige Parole muß sein, sich um die einzelnen zu bemühen. Er geht dann auf die besondere Frage der Praktikantenschaft ein, an deren weiteren Existenz und Entwicklung der deutsche Zionismus ein lebhaftes Interesse habe. Es würde eine sehr erhebliche Erschütterung unserer inneren Stoßkraft bedeuten, falls man die Frage nach den Möglichkeiten einer westjüdischen Chaluziuth verantwortlicherweise negativ beantworten müßte. Nachdem er noch darauf hingewiesen hatte, daß man jetzt über bestimmte Erfahrungstatsachen verfüge, die man für die weitere Arbeit berücksichtigen müsse, setzte er sich dafür ein, daß die verantwortlichen Instanzen der Bewegung sich mehr mit der Situation unserer Jugend befassen.- Wir haben den Mut, von Menschen radikale Entscheidung zu verlangen, müssen aber auch die -Verantwortung für diese zu übernehmen gewillt sein. Das K. J. V. habe hier wie überhaupt in der Jugendpolitik eine wichtige Funktion. Erforderlich sei eine systematische Jugendarbeit. Das bedeutet nach außen eine zentrale Zusammenfassung der zionistischen Jugend, vor allem eine einheitliche Werbearbeit, die auch auf großangelegte Tagungen nicht verzichten dürfe, nach innen einen Austausch der gemeinsamen Sorgen. Ausführlicher behandelte Bbr. Foerder sodann die Frage der sogenannten Politisierung. Zwei Ueberlegungsketten ließen uns zu deren Forderung gelangen. Wieder einmal sei ein Beispiel einer prästabilisierten Harmonie zwischen den Interessen des K. J. V. und der zionistischen Bewegung gegeben. Man kritisiert mit Recht an unserer Arbeit einen „Mangel an Wirklichkeit"; dieser könne überwunden , werden durch ein ernsthaftes Anteilnehmen am politischen Geschehen. Der deutsche Zionismus hat sich inner-