Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht über den VII. Kartelltag" des K. J.V. 17 Bei der Prüfung der Mandate stellte sich heraus, daß der Kartelltag von 51 Delegierten beschickt war. Danich fand die Wahl des Kartelltagslehrenrates und der Kommissionen statt. Im Anschluß hieran hielt Bbr, Foerder sein Referaä „Zur Karten- Lage*5« Er erklärt, nachdem er in einleitenden Worten darauf hingewiesen hatte, daß der grundsätzliche Wandel der zionistischen Situation sich auch in Organisationen wie dein K, J. V. auswirke und man mit größtem Ernst die einzelnen Fragen prüfen Edüsse, sich auf einige wenige aktuelle Probleme beschränken zu wollen. Er beginnt mit einigen Bemerkungen über dk- Außenarbeit. Es ist immer noch die wichtigste Funktion des K, J. \\, werbend aufzutreten. Man hat keine klare Vorstellung von deso Ergebnissen. Eine Zusammenstellung der letzten Jahre ergibt, Jaß wir etwa 90 Neuaufnahmen pro Jahr von Bundesbrüdern hatten, die sich in unseren Kreis eingelebt haben. Der Prozentsatz der Kichtstudierenden war sehr gering. Dies ist per saldo ein nicht ioervorragendes Resultat, aber genügend, um die Weiterarbeit im bisherigen Rahmen zu ermöglichen. ' Die Ergebnisse werden sich bei weißerer Normalisierung der Verhältnisse sicherlich steigern lassen. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, die Schwierigkeiten dar Propaganda zu untersuchen und ihre Behebung immer wieder zu überlegen. Festzustellen ist zunächst eine allgemeine Verschkchternug des Nachwuchses, die durch die uns nicht ungünstigen Zeitströmungen (Amerikanisierung der Jugend) bedingt ist. Dazu kämmt die Abkehr interessierterer Menschen von studentischen Bewegungen überhaupt, die Tatsache, daß man heute jeder Form organisierten Zusammenlebens widerstrebt. Nicht zuletzt sind es Gründe, die in uns liegen. Die Art der Darstellung unserer Fragen Stat sich heute grundlegend geändert. Der wissensmäßige Stoff hat sich stark erweitert, so daß an Propagandisten immer größere Anforderungen gestellt werden. Unter diesen Schwierigkeiten leiden alle Gruppen. Geistige Menschen haben es schwer, sich heute zu orientieren, mnd wir haben es immer eingestanden, daß unsere jungen Bundesbrüüer nicht ganz mit so unbefangener und ungehemmter Freude dem Leben gegenüberstehen wie vor dem Kriege. Der Grund ist die Kompliziertheit des geistigen Entwicklungsprozesses, dessen Zeugen wir alle sind. Es gibt andere Erklärungen der Situation: Herr IDr. Felix Goldmann hatte in der K. C.-Zeitung vom Dezember 1926 aßie Freundlichkeit« uns darüber zu belehren, daß der ganz augenfällige Rückgang des K. J. V. von dem Augenblick datiere, wo das K. J. V. aufgehört habe, eine farbentragende Verbindung zu sein. Zunächst ist festzustellen, daß kaum eine Bewegung so erschüttert äst wie gerade der K. C., als dessen Repräsentant Herr Dr. Goldmann spricht. Nirgends macht sich so sehr ein Mangel an intellektuellen Kräften im Nachwuchs bemerkbar wie hier. In dem Bericht iber die K. C.¬ Tagung in Breslau findet man nichts über eine Behandlung jüdischer