Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3537599-3537790-3537792--6628-3544655- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zur Kartcliarbcit 15 IJce dem Kartell seinen Sinn gibt und dns Gefühl der \krbundenheit miteinander und der Verantwortung fl-reinander ständig wachhält und stets von neuem weckt. Wir brauchen die Gemeinschaft, weil nur wenige van den Kräften der Bewegung und der zionistischen Wirklichkeit erfaßt und geformt "werden. Im Leben der Gemeinschaft werden Anspruch und Forderung organisch sich entwickeln, bei deren Erfüllung der Einzelne nicht auf sich selbst gestellt sein wird, sondern wo er sich stützen kann auf die Hilfe der Bundesbrüder, die — wie er —in der Arbeit für die Verwirklichung des zionistischen Gedankens emx-der wesentlichen Aufgaben ihres Daseins sehen, - 10. Es ist mir an dieser Stelle nicht mehr möglich, das konkrete Arbeitsprogramm aufzuzeigen, das sich für uns aus dBsen Grundvorstellungen von Wesen und Aufgabe des K. J. V. ergfii. Es schien mir nötig zu sein, unabhängig von dem dringendem Gebot der Stunde und den Erfordernissen des Augenblicks, sich eiimal Rechenschaft abzulegen über die wirkliche Situation des Kastells und die Grundlagen unserer Arbeit. "Wir standen in den kfeten Jahren immer und stehen natürlich auch heute vor der zwirgenden Notwendigkeit, den Anforderungen der zionistischen WrJelichkeit gerecht zu werden. Es gilt, die Arbeit des Tages zu im und sie zu höchstem zionistischen Nutzeffekt zu bringen. Uiser Werk in Palästina und die Bewegung, die es trägt, sind von erraten Schwierigkeiten bedroht, die sich jeden Tag verschärfen. Das Kartell zeigt sich in keinem seiner Teile seiner Aufgabe gewachssu Die Darstellung der wahren Situation und der Appell an döb Bereitschaft zu gesteigerter Leistung, die eigentlich ausreichen srflten, werden gar nicht erst unternommen, weil die menschlichen ind sachlichen Kräfte fehlen, die sich bewähren könnten, weil es ein der Gemeinschaft zugehöriges Kollektivbewußtsein, das Resonanz Bieten könnte, nicht gibt. Gerade in dem kleinen Kreis derer, die sich mit iraam Leben und ihrer Arbeit ganz lür unsere Sache einsetzen und dee Führer sein könnten, herrscht tiefe Skepsis und Resignation gegeniber den Möglichkeiten des Karteils. Im Kartell selbst regt sich iinhts, um neue Entwicklungen vorbereiten zu helfen. In einer solchen Situation tut es doppelt not, enmal — unter Verzicht auf die Darstellung der Einzelheiten xines Arbeitsprogramms, das wir ja alle kennen, und das wir in Angriff genommen haben — zu einer klaren Erkenntnis der menschlichsr und zionistischen Voraussetzungen unserer Arbeit zu kommen, ^ir wissen, daß ßn't einer noch so wichtigen Erkenntnis noch nichts getan ist, und überblicken die Schwierigkeiten, die sich uns bei unsereaVersuchen,die Konsequenzen aus unserer Erkenntnis zu ziehen, in chn Weg stellen werden. Was wir brauchen, ist in erster Reihe die Hlfe aller derer, die dem Kartell und der Idee noch verbunden sind. Wir brauchen