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Der jüdische Student · 1927-06-01 · Heft 2 (Juni 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 2 (Juni 1927)
Date
1927-06-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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u Zur Kartellarbeit einandersetzungen, die als unerheblich und überholt angesehen wurden. Alle diese Momente erschweren heute den Zugang zu den Bereichen der Idee. Auf allen Gebieten des zionistischen Lebens zei£t sich aber heute, daß die zionistische Wirklichkeit allein noch nicht imstande sein kann, den Bestand der Bewegung zu sichern und die "Weiterführung der Arbeit zu gewährleisten. Auf unsere Ueberlcgungen übertragen heißt das, daß die Forderungen und Möglichkeiten der Individualsphäre allein noch nicht ausreichen können, um dem Kartell Richtung und Ziel für seine Arbeit zu weisen. 9, Wir brauchen heute noch die gestaltenden Kräfte des zionistischen Gedankens und müssen sie uns erschließen. Er eröffnet die weiten Perspektiven der Gemeinschaftssphäre, er zwingt Menschen zueinander, die ihn begreifen in seiner historischen Notwendigkeit, in seiner Bedeutung für die Erlösung des Volkes und des Einzelnen aus der quälenden Problematik der Gegenwart, die ihn bejahen in der klaren Erkenntnis, daß nur seine Verwirklichung eine jüdische Zukunft sichern kann. Auch unser Bund ist durch den Zionismus ge\ orden, was er ist. Primäres Ziel unserer Arbeit ist, Männer zu erziehen, die an der Verwirklichung" der zionistischen Idee mitarbeiten wollen. Bei unserem Bemühen, unser Ziel zu erreichen, hilft uns die Idee mit einer ihrer wesentlichsten Funktionen, mit ihrer gemeinschaftbildender Kraft. Die Idee und die Gemeinschaft sind die Grundlagen des Kartells auch heute. Sie schaffen konkrete, jedem zugängliche und für alle verbindliche Ziele und Forderungen. Wir verlangen von unseren Menschen Bejahung der Idee und Bejahung der Gemeinschaft. Diejenigen Bundesbrüder, denen die Idee nichts mehr bedeutet, und die die Beziehungen zur Gemeinschaft verloren haben, sollen sich von uns trennen. Objektive Kriterien, die die Zugehörigkeit eines Bundesbruders bestimmen oder ausschließen, kann es heute noch nicht geben. Selbstverständlich werden wir die Forderungen, die sich aus der augenblicklichen Situation ergeben, aufstellen und uns bemühen, sie durchzusetzen. Die beiden primären Forderungen, von denen ich sprach, und die Fülle der Ansprüche und Möglichkeiten, die die Notwendigkeiten des Aufbaues und der Bewegung mit sich bringen, werden in fruchtbarem Nebeneinander dem einzelnen seine Ziele setzen und in ihn den Willen und die Fähigkeit zu seiner zionistischen Leistung erzeugen. Es muß uns gelingen, die Kräfte der Gemeinschaft im Kartell zu neuem Leben und zur fruchtbarer Auswirkung zu bringen. Dies werden wir aber nur erreichen, wenn nicht irgendwelche Zufälligkeiten Menschen zu uns führen und Menschen nicht aus Gewohnheit und sentimentaler Jugenderinnerung bei uns bleiben, sondern wenn die

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