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Der jüdische Student · 1927-02-01 · Heft 1 (Februar 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 1 (Februar 1927)
Date
1927-02-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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_______________________.____Politisierung 43 * politischen Leidenschaften der 40 000 hzw. 300 000 Seelen zählenden jüdischen Bevölkerung entflammen, weil die wirtschaftlichen und weltanschauungsgemäßen Gegensätze, die sich in einer solchen Wahl treffen, eben eine verhältnismäßig so große Anzahl jüdischer Individuen berühren, daß sich dieselben ganz spontan zu bestimmten Gegensätzen entsprechenden Gruppierungen vereinigen werden. Andererseits sind im Osten auch solche Gruppierungen denkbar, deren politisches Credo an sich mit den Verhältnissen in dem betreffenden Lande in keinem Zusammenhang stehen, wohl aber mit den Verhältnissen eines werdenden Palästina. Wenn es also zum Beispiel in Riga eine revisionistisch festgelegte Studentenschaft gibt, so kann man auch diese Organisation als eine natürliche Differenzierungserscheinung ansehen, weil eben der Zusammenhang zwischen dem Jischuw im Osten und dem Jischuw in Palästina ein durchaus lebendiger ist, zumal das Hinübergehen vom Osten aus infolge der ganzen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Ostens immer mehr in den Vordergrund realer Interessen rückt. Demgegenüber lehrt der Zusammenbruch des Hapoel-Hazair in Deutschland, daß hier die realen Grundlagen für derartige Differenzierungen nicht gegeben sind und niemals gegeben sein werden. Zusammenfassend ist also zu sagen: Politik als Kunst, das heißt aktive Politik ist nicht einmal allen den Völkern gegeben, deren Wirklichkeit zum mindesten die für ein Volksdasein notwendigen Voraussetzungen aufweist; um wieviel weniger dem jüdischen Volk in seiner gegenwärtigen Situation. Für dieses ist aktive Politik nur in dem begrenzten Rahmen denkbar, der durch seine Massensiedlungen, seine alten oder seine werdenden, gegeben ist. Von hier aus sind die Aufgaben und Methoden des Kartells festzulegen. Aktives politisches Handeln wird nur insofern in den Bereich dieser Aufgaben fallen, als — und hier sind die Möglichkeiten aus den angegebenen Gründen gewiß nicht groß — ein solches Handeln i n n e r h a 1 b des Kartells selber oder innerhalb der Arbeitsfläche des deutschen Zionismus in Frage kommt. Im übrigen wird es wesentlichste Aufgabe des Kartells sein müssen, dafür Sorge zu tragen, daß seine Menschen jener Elemente politischen Denkens und Handelns teilhaftig werden, die die unerläßliche Voraussetzung bilden für das politische Handeln selbst {Politik als Idee). Wird diese Aufgabe erfüllt, so wird der K.J.V.er, wenn er Gelegenheit hat, in einer jüdischen Massensiedlung tätig zu sein, zweifellos seine Probe bestehen. Sie k a n n aber nicht erfüllt werden, wenn die Arbeit des K.J.V. zerrissen wird durch eine Vermischung zweier Systeme, die sich ihrem Wesen nach widersprechen. Politik als Idee ist nur erreichbar durch das System der Erziehung. Eine Organisation also, die sich dieses Ziel steckt, muß Erziehungs Organisation sein. Denn zur aktiven Politik gehört eben die ganze Reihe tatsächlicher Voraussetzungen, als deren Schlußglied sie selber erscheint. Und eine

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