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Der jüdische Student · 1927-02-01 · Heft 1 (Februar 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 1 (Februar 1927)
Date
1927-02-01
Page
[Seite] (sequence 40)
Language
German
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40 Politisierung wirklichung des ererbten Zionismus, seines Zionismus, Ringenden das Verlangen nach einer neuen, gesünderen, seiner Wirklichkeit adäquaten Entscheidung. Es ist aber weiter daran zu erinnern, daß das Kartell als solches von jeher die politische Meinungsbildung als einen immanenten Bestandteil seines Erziehungsprogramms betrachtet hat. Schon in dem uralten, weisen Wort von dem „geistigen Rüstzeug", mit dem schon unsere Väter ausgestattet werden sollten, steckt etwas von dieser Parole. Ist es da ein Wunder, wenn man nun versucht, über das bloße Wortgefecht, sei es nun ein Kampf nach außen oder ein solcher im innern, hinauszugehen und dem K.J.V.er ganz bestimmte, präzise Aufgaben zu stellen, bei deren Bewältigung er eben zeigen soll, ob er in seiner politischen Kinderstube etwas gelernt hat. Man will hinaus aus jener dumpfen Stilbenluft des Studierzimmers, aus jener Hexenküche voll anregender Tränkchen, hinein in die graue Zweckmäßigkeit, in die ernste Praxis des Lebens. Man will, daß der K.J.V.er es versteht, den Augenblick einer gegebenen Situation richtig zu erfassen und nicht vor lauter Doktrinen, befangen in den Rezepten kluger Lehrmeister, als ewiger Schüler in der Wirklichkeit herumläuft. Man will unsere jungen Menschen zwingen, für das jüdische Volk, so weit es so etwas in ihrem Gesichtskreis gibt, d a s zu tun, was beinahe jeder Subalternbeamte in den Gemeindestuben politisch reifer Völker tut: das Richtige im richtigen Augenblick. Und diese Erwägungen haben neben ihrer innerpolitischen auch eine sehr gewichtige außenpolitische Bedeutung. Denn kann man wirklich auf die Dauer andere überzeugen, wenn man selbst ständig mit der Durchführung seines Ideais im Hintertreffen bleibt? Ist der deutsche Zionismus wirklich dazu verdammt, nur immer wieder Zionismus zu gebären? Gibt es keine Möglichkeit, diesen zirculus vitiosus zu durchhauen, der neue Menschen für den Zionismus gewinnt, damit diese wieder neue gewinnen? Wo nicht endlich das Beispiel der Verwirklichung einer Idee ersichtlich wird, da muß diese Idee selbst schließlich ad absurdum geführt werden. Und wieviele deutsche Zionisten wird es auch in aller absehbaren Zukunft geben, für die Verwirklichung das Hinübergehen bedeutet? Es ist klar, daß diese in sich lückenlose Argumentation der Politisierungsanhänger eine Prämisse darstellt, aus der man nur die richtigen Konsequenzen zu ziehen braucht, um das Kartell erheblich vorwärts zu bringen. Es muß aber nun die Frage gestellt werden, ob die richtige Konsequenz eben das ist, das unter dem Schlagwort „Politisierung des Kartells" in Umlauf gesetzt worden ist. Wer diese Frage beantworten will, der muß sich zunächst über eines völlig klar sein: Politisierung bedeutet nicht zweierlei. Es ist das ein im politischen Geschehen der Gegenwart eindeutig

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