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Der jüdische Student · 1927-02-01 · Heft 1 (Februar 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 1 (Februar 1927)
Date
1927-02-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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Politisierung m wird dann zu untersuchen sein, ob eine etwaige Politisierung die Erreichung dieses Zieles ermöglicht, oder ob sich aus ihr Folgen ergeben müssen, die ihre Anhänger nicht wünschen, ihre Gegner befürchten. Und es wird schließlich die Frage aufzuwerfen sein, ob die sogenannte Politisierung des Karteils der einzige Weg zur Erreichung des Zieles ist, das sich ihre Anhänger gesteckt haben. Das Ziel der Anhänger der Politisierung ergibt sich aus der spezifischen Situation des deutschen Zionismus einerseits und aus der Lage des Kartells innerhalb des deutschen Zionismus andererseits. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man hier zum soundsovielsten Male alle die Gründe auftischen, die den deutschen Zionismus zwingen, an seine eigene Realisierung zu denken. Nur zu bekannt und in unser aller Gedächtnis sind jene Versuche zu einer „Intensivierung" des deutschen Zionismus auf rein kulturellem Gebiet. Sie haben bisher zu einem Ergebnis nicht geführt, weil Kultur nicht denkbar ist ohne ein körperliches Substrat, das eben auch beim besten Willen in Deutschland nicht zu schaffen ist. Hier setzt nun die Argumentation der Politisierungsanhänger ein und verlangt, daß wenigstens auf dem Gebiet eine Realisierungsmöglichkeit geschaffen wird, auf dem dies von den spezifischen Voraussetzungen des deutschen Zionisten möglich erscheint: auf dem Gebiet der Politik. Der politisch handelnde Mensch erscheint hier in einer gewissen Parallele zu dem national empfindenden Menschen der jüdischen Masse des Ostens oder Palästinas. Das deutsche Vorbild, die Zugehörigkeit zu einem Kulturkreis, in dem politisches Handeln, gerade weil es durch gewisse Eigentümlichkeiten des eigenen Volkstums gehemmt ist, mit umso größerer Dringlichkeit immer mehr zur beherrschenden Dominante wird, die soziale Stellung des deutschen Zionisten, der in viel höherem Grade als im Osten aus der Intelligenz hervorgeht und damit schon von Hause aus eine gewisse Neigung zur politischen Führung mitbringt, — alles das läßt den politisch handelnden Menschen als das Ideal erscheinen, dem eine junge Generation, und noch dazu eine mehr oder weniger revolutionär gestimmte, mit ganzem Eifer zustrebt. Hinzu kommt, daß die fortschreitende Differenzierung innerhalb der gesamtzionistischen Bewegung ihren Einfluß auch auf den Zionismus in Deutschland auszuüben beginnt. Sozialismus und Faschismus, diese beiden großen Unheilspropheten der nur einer schwächlichen Generation congenialen Demokratie, greifen mit beiden Händen nach der durch den Zionismus zu politischem Denken erzogenen Jugend und erheischen von ihr gebieterisch entschiedene Stellungnahme. Der sogenannte „aligemeine" Zionismus sucht sich zu wehren, sucht seine eigenen Ideologien zu schaffen, um seine Existenz zu rechtfertigen. Und dieses neue Spiel der Kräfte entfacht naturgemäß in dem um Ver-

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