Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1927)
- Date
- 1927-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Politisierung Ausarbeitung eines gründlich durchdachten Unterrichtsprogramms, Wiederherstellung des J.St. als eines ernsthaften und ernstzunehmenden Kartellorgans, Organisierung der Keilarbeit durch Schaffung gut vorbereiteter Werbeveranstaltungen, Stützung schwacher Verbindungen durch geeignete Ueberweisung, Durchführung regelmäßiger Kartell-Treffahrten, stärkere Unterstützung der körperlichen Ausbildung der Bundesbrüder, objektive Information über alle wichtigen zionistischen Geschehnisse, zumal in Erez Israel, Anregung und Leitung der Diskussion über die innerzionistischen Probleme: das dürften so einige wichtige technisch-arbeitsmäßige Aufgaben des neuen Präsidiums sein. Wenn es sie in einigermaßen befriedigender Weise löst, sind die Vorbedingungen für den langsamen Aufbau guter Verbindungen gegeben, sofern nicht durch ungeeignete außenpolitische Betätigung des Kartells wieder alle Fundamente zerstört werden. Diese Verbindungen sollten imstande sein, qualifizierte Menschen zu werben und zu erziehen. Zu erziehen? Wozu? Zu zionistischen Männern. Das klingt banal. Aber es gibt Banalitäten, die mehr und tiefere menschliche Probleme umspannen als manche geist- und wortreiche Programmrede. Der VII. Kartelltag wird für die Entwicklung des K.J.V. von entscheidender Bedeutung sein. Gelingt es ihm, durch Wahl eines geeigneten Präsidiums und Annahme eines sachlichen Programms die Periode der Experimente und Improvisationen zu beenden und den organischen Wiederaufbau des Karteiis zu sichern, dann wird das K.J.V. sein altes großes Erziehungsziel wieder erreichen und der zionistischen Bewegung Männer stellen, wie sie sie braucht. Gelingt es ihm nicht, dann wird das K.J.V. nicht mehr lange zu den Institutionen zählen, über die man sich als Zionist ernsthaft unterhalten kann. Politisierung. Von Julius Levinsohn, V.J.St. Maccabaea, Königsberg. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die vom Präsidium auf die Tagesordnung des nächsten Kartelltages gesetzte Frage der Politisierung eine derjenigen Fragen ist, deren Behandlung die weitgehendste Beachtung, aber auch die sorgfältigste Untersuchung erfordert. Nirgendwo wie hier ist sine ira et studio geboten. Wer also in dem Wunsche, Freund und Feind volle Gerech tigkeit widerfahren zu lassen, an das Problem herantritt, wird sich zunächst einmal zu fragen haben: Welches ist das Ziel derjenigen, die die Politisierung des Kartells befürworten. Und es