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Der jüdische Student · 1927-02-01 · Heft 1 (Februar 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 1 (Februar 1927)
Date
1927-02-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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32 Die zukünftige Gestaltung des K.].V\ Üerung kommen können, hinter der die Lauen und die Gleichgültigen, die Stumpfen und die Träsen nur allzu leicht sich verstecken können. Es gibt kaum eine Möglichkeit, objektive Kriterien einer zionistischen Bewährung in der Galuth zu rinden. Wir können also nichts anderes fordern, als daß unsere Alten Herren, wo auch immer sie sein, an welchem Platz auch immer sie stehen mögen, bereit sind, ihre Pflicht zu tun und alles daranzusetzen, den Erfordernissen des zionistischen Lebens so zu genügen, daß — bei aller Differenziertheit des „Wie" — ihre zionistische Leistung erkennbarer Ausdruck ihres K.J.V.ertums ist. Die Skeptiker werden lächeln und sagen: Darunter kann man sich alles und nichts vorstellen. Es wird aber unsere Aufgabe sein, dieser allgemeinen Formulierung ihr eindeutiges Gepräge zu geben, den Alten Herren des K.J.V. wieder zu dem verantwortungsbewußten Träger des zionistischen Lebens in Deutschland zu machen, durchzusetzen, daß niemand Alter Herr des K.J.V. sein kann, der diesen Vorstellungen nicht entspricht oder besser unsere Erziehung so zu gestalten, daß unsere Bundesbrüder auch unter den Schwierigkeiten des Berufes, der Hemmungen durch Familie und Gesellschaft sich zionistisch bewähren. Wir sind damit mitten im Alt-Herren- Proble m. Diese ganze Frage nach dem Ziel unserer Erziehung wäre naturgemäß nicht so kompliziert, wenn wir die negativen Wirkungen der heutigen Situation der Altherrenschaft nicht zu überwinden hätten. Es liegt mir völlig lern, das Problem mit der billigen Feststellung zu erledigen: Die Alten Herren haben versagt. Ich bin nur der Meinung, daß wir versuchen müssen, uns über den wahren Stand der Dinge klar zu werden. Und da besteht doch kein Zweifel, daß der überwiegende Teil der Alten Herren dem zionistischen Leben völlig fernsteht, am Zionismus überhaupt nicht mehr oder nur sehr oberflächlich interessiert ist. Es ist doch sinnlos immer mit der Fiktion zu arbeiten, als wenn unsere Alten Herren nur einen Dornröschenschlaf halten und durch die Zauberkraft irgendwelcher zugkräftigen Parolen und Appelle sofort mit begeisterter Hingabe zu zionistischer Leistung fähig und bereit sind. Schuld oder Vorwurf kommen — vielleicht in manchem Einzelfalle, aber — für die Beurteilung des Gesamtproblems nicht in Frage. Ebenso unergiebig ist es aber, sich mit der Feststellung der unerfreulichen Situation zu begnügen, anstatt zu versuchen, den Ursachen dieser ganzen Entwicklung nachzugehen und aus der Erkenntnis der vielfältigen Faktoren, die hier mitgewirkt haben, den neuen Weg zu finden. Ich kann hier im Augenblick nicht darauf eingehen, was für die Neugewinnung und Intensivierung der Alten Herren geschehen könnte und sollte; in unserem Zu-

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