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Der jüdische Student · 1927-02-01 · Heft 1 (Februar 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 1 (Februar 1927)
Date
1927-02-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Ressortberichte 23 Bericht der Redaktion des J.St Die Erwartungen, die 1925 im Kartelltags-Bericht der Redaktion für die Ausgestaltung des J.St. ausgesprochen wurden, haben sich in der Berichtsperiode leider nicht erfüllt. Im Gegenteil muß von seiten der Redaktion zugegeben werden, daß der J.St. in seiner heutigen Gestalt unbrauchbar ist, um seinen Aufgaben gerecht zu werden. Neben äußeren Schwierigkeiten, besonders auf finanziellem Gebiet, sind die Gründe für das äußerst seltene Erscheinen unserer Zeitschrift, die auch dem Inhalt nach vielfach nicht Genügendes leistet, innerer Natur. Trotz vielfacher und oft wiederholter Bemühungen seitens der Redaktion war es nicht möglich, aus den Reihen der Bundesbrüder regelmäßig Artikel zu erhalten. Es wurden mehrfach Werbehefte geplant, aber es gelang nicht, die Pläne durchzuführen, weil die für die Artikel in Aussicht genommenen Bundesbrüder nicht bereit waren, an diesen Heften mitzuarbeiten. Es wurde schon gesagt, daß die Gründe für diese Tatsachen innerer Natur sind. Um heute fruchtbar über zionistische Fragen schreiben zu können, ist eine zionistische Durchbildung und eine genaue Kenntnis des Materials erforderlich. Da im allgemeinen die jüngeren, aber auch ältere Bundesbrüder über derartige Kenntnisse nicht verfügen, beschränken sich die in Frage kommenden Mitarbeiter auf einen verhältnismäßig kleinen Kreis, der auch anderweitig literarisch schon stark in Anspruch genommen ist, so daß dann versprochene Artikel nicht eingesandt werden. Hinzu kommt, daß wir nicht in der Lage sind, Artikel zu honorieren und somit von außenstehenden Zionisten nicht ohne weiteres Artikel erlangen können. Schließlich ist vielleicht der Hauptgrund der, daß der Kreis der Leser unserer Zeitschrift verhältnismäßig beschränkt ist, und lohnt es vielen nicht, ausführliche und tiefer schürfende Artikel zu liefern. Die Erkenntnis dieser Situation unseres J.St. zeigt, auf welche Weise allein die Besserung erfolgen kann. Es ist unmöglich, daß der J.St. seinen beiden Aufgaben, Informationsblatt des Kartells und gleichzeitig die Tribüne geistiger Auseinandersetzung und zionistischer Erziehung zu sein, gerecht werden kann. Er muß daher als ein reines Informationsblatt des Kartells monatlich regelmäßig erscheinen, um also nur seiner kartellpolitischen, mehr organisatorischen Aufgabe zu dienen. Für die andere Aufgabe muß eine neue Zeitschrift geschaffen werden, etwa im Rahmen des früheren „Jüdischen Willen". Eine derartige zionistische Zeitschrift, in der Diskussionen in anderem Stile als in der Tagespresse geführt werden können, ist umso mehr eine Notwendigkeit, als die repräsentative zionistische Zeitschrift „Der Jude" nicht mehr erscheint. Um aber die Mängel, die sich bisher zeigten, zu vermeiden, muß sich eine derartige Zeitschrift an die gesamte zionistische Oeffentlichkeit wenden und einen festen Leserkreis werben. Damit wird es ermöglicht werden, einen sicheren Stamm von Mitarbeitern zu gewinnen und die Artikel entsprechend zu honorieren. Es würde genügen, wenn diese Zeitschrift im Laufe von 2—3 Monaten anfangs erseheinen würde. Eine der Aufgaben des Kartelltages wird es sein, die finanziellen Grundlagen für eine derartige Zeitschrift zu schaffen, derart, daß er alle Bundesbrüder zu einem Zwangsabonnement verpflichtet. Auf

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