Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1927)
- Date
- 1927-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Ressortberichte 2i mal durch die außerordentlich fließenden Verhältnisse Palästinas, andererseits auch durch die mangelnde Mitarbeit und zum Teil auch durch die Interesselosigkeit der palästinensischen Bundesbrüder erschwert. Es wäre außerordentlich wichtig, hierfür einen ständigen palästinensischen Korrespondenten zu finden. Das Ressort hat sich weiter auch bemüht, eine Palästina-Reise zu organisieren. Leider ist diese nicht gelungen, da den meisten jüngeren Bundesbrüdern aus finanziellen Gründen eine Beteiligung nicht möglich war. Wir sehen jedoch auch weiterhin in einer Palästinafahrt ein besonderes wirksames Mittel, die Beziehung zu Palästina zu stärken, und glauben, daß, sobald es die Verhältnisse irgendwie erlauben, wieder der Versuch gemacht werden muß, eine K.J.V.er-Fahrt nach Palästina zustandezubringen. Kurz sei noch die Arbeit der Stellenvermittlung des Kartells erwähnt, die in alter Form weitergeführt wurde und trotz der heutigen schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen verhältnismäßig erfolgreich gearbeitet hat. Die Zeitschriftensammlungsaktion für die Universität nahm einen relativ geringen Teil der Arbeit ein, da inzwischen ein selbständiges Komitee der Freunde der Jerusalemer Universität gegründet worden ist und wir uns in der Hauptsache auf Versand und eventl. Neubestellungen beschränken konnten. Ernst Boehm. Bericht des Turn= und Sport=Ressorts. Man kann feststellen, daß die Ueberzeugung von der Notwendigkeit, die Fliege der Leibesübungen in das Verbindungsprogramm aufzunehmen, sich heute überall im Kartell durchgesetzt hat, so daß es wohl keine Verbindung gibt, die in ihrem Programm nicht wenigstens eine derartige Veranstaltung hat. So erfreulich diese Wandlung an sich ist, so bleibt dabei zu bedenken, daß sie nicht auf Grund einer Aenderung der geistigen Einstellung des Kartells in Sachen der Leibesübungen erfolgt ist, sondern einfach dem Zuge der Zeit folgend. Mit anderen Worten: die turnerische bezw. sportliche Veranstaltung besteht zwar im Wochenprogramm, der Prozentsatz der teilnehmenden Aktiven ist jedoch meist ein äußerst geringer, und vor allem der Erstchargierte ist hier eher als bei irgendeiner anderen Veranstaltung geneigt, zu dispensieren bezw. Säumigen gegenüber nachsichtig zu sein. Nun liegt es in der Natur der Sache, daß es unmöglich ist, derartige Veranstaltungen ex präsidio anzuordnen bezw. bis ins einzelne gehende Anleitungen zu geben ohne Kenntnis der Menschen, die an diesen Veranstaltungen teilnehmen sollen. Die Tätigkeit des Präsidiums kann sich hierbei nur darauf beschränken, allgemeine Anregungen zu geben, auf eventuelle Möglichkeiten hinzuweisen, auf präzise Anfragen Ratschläge zu geben — welch letzterer Fall übrigens bisher nicht vorgekommen ist. Die Tätigkeit des Ressorts für Turnen und Sport war mithin darauf beschränkt, sich durch gelegentliche Umfragen Kenntnis von der Art und dem Umfang der turnerischen bezw. sportlichen Veranstaltungen zu verschaffen. Ich habe davon abgesehen, propagandistische Rundschreiben usw. zu versenden, u. z. weil erstens, wie schon gesagt, der Gedanke der Pflege der Leibesübungen als solcher nirgends auf ernsthaften Widerstand stößt, und zweitens die Durchführung solcher Ver-