Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1927)
- Date
- 1927-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Ressortberichte 19 keifen wesentlich bessere sind. Wir halten die Forderung dieser Bestrebungen durch das Kartell für eine außerordentlich wichtige Aufgabe. Vielleicht wird es möglich sein, hier in Verbindung mit dem Kulturdezernat der Z.V.f.D. positive Arbeit zu leisten. Aus den einleitenden Ausführungen ergibt sich ohne weiteres, dafc wir mit besonderen Schwierigkeiten bei der ideologischen Ausbildung unserer Bundesbrüder zu kämpfen haben. Der Kreis derjeni gen Menschen, die, wie wir es auf dem Dresdner Kartelltag verlangten, auf Grund ihrer umfassenden Bildung imstande sind, sich mit den Strömungen unserer Zeit ernsthaft auseinanderzusetzen und so den Zionismus hinreichend ideologisch zu fundieren, dieser Kreis ist heute außerordentlich klein. Es wird die vielleicht wichtigste Aufgabe des nächsten Jahres sein, diese Menschen zu sammeln, sie in regelmäßigen Zeitabständen — etwa drei- bis viermal im Jahre — in Berlin in Form mehrtägiger Seminare gründlich durchzubilden, sodaß wir dann endlich die Gewähr haben, daß wir einen Nachwuchs besitzen, der imstande ist, die zionistische Ideologie weiter zu vermitteln. Ein Seminar dieser Art, wie wir es vor etwa einem Jahre in Berlin abhielten, war zweifellos ein gmßer Erfolg und wurde von allen Teilnehmern als eine Bereicherung ihrer zionistischen Kenntnis und Ausbildung empfunden. Es ist sehr bedauerlich, daß aus finanziellen Gründen eine Wiederholung dieses Seminars nicht stattfinden konnte. Es wird eine wichtige Aufgabe der Vorkonferenz sein, Mittel und Wege zu finden, um für das kom mende Jahr die Abhaltung mehrerer solcher Seminare zu gewährleisten, wobei es weniger auf die Größe als auf die Konstanz des Kreises ankommt. Auch hier werden wir uns eventuell mit der Z.V.f.D. in Verbindung setzen, da die Auswirkung eines solchen Kreises über das K.J.Y, hinaus von größtem Interesse ist. Eine weitere wichtige Aufgabe der Vorkonferenz wird es sein, den StofV durchzuarbeiten, den wir heute den neugeworbenen Menschen zu vermitteln haben. Die zionistische Ideologie hat in der letzten Zeit vielfache Wandlungen erfahren: Vieles, was uns früher wichtig schien, ist heute überholt, manche neuen Gebiete von uns noch wenig durchgearbeitet. Der Mangel an Richtlinien wurde schon auf der letzten Tagung stark empfunden, und wir hoffen, daß wir auf dieser Vor konferenz endlich auch in dieser Richtung einen Schritt vorwärts kommen werden. David Nachmann söhn. Palästina — und Berufsressort. Die Aufgaben und das Tätigkeitsgebiet dieses Ressorts sind s. Zt. ausführlich in einem Expose dargelegt und besprochen worden (J.St. Heft 6, August 1925, Jahrgang XXII), so daß jetzt nur ein kurzer Rückblick über die Arbeit des Ressorts gegeben werden soll. Der letzte Kartelltag brachte noch einmal eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Problem der Chaluziuth im Kartell, die im Ergebnis zu einer endgültigen Ablehnung einer Chaluz-Parole führte, jedoch eine verstärkte palästinozentrische Erziehung forderte, durch die geeignete Menschen zur Ergreifung chaluzischer Berufe geführt werden könnten. Die Arbeit des Ressorts ging auch dahin, für diese Bundesbrüder entsprechende Hachscharahmöglichkeiten zu verschaffen. Es gelang zwar, geeignete Arbeits- und Ausbildungsplätze zu finden, jedoch muß fest-