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Der jüdische Student · 1927-02-01 · Heft 1 (Februar 1927) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
24 (1927)
Issue
Heft 1 (Februar 1927)
Date
1927-02-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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14 Zur Kartellarbeit stehenden Mittel weitgehende Beschränkungen in den Reisen usw. auferlegen mußten. Zum Schluß muß noch einWort über die A u ß e n a r b e i t des Kartells gesagt werden: Diese, insbesondere die Werbearbeit (wir verweisen auf den Spezialbericht) spielt sich in den üblichen Formen ab. Wir veranstalteten sowohl in Berlin, wie in der Provinz eine Reihe von öffentlichen Diskussionsabenden, wo wir den Versuch unternahmen, uns insbesondere mit den anderen deutschjüdischen Studentengruppen auseinanderzusetzen, weil wir nach wie vor es als unsere Pflicht empfanden, unsere weltanschauliche Position abzugrenzen gegen die Erkenntnisse anderer Gruppen. Leider mußten wir die Erfahrung machen, daß — abgesehen von interessierten Einzelnen — die großen repräsentativen Gruppen es selten für nötig hielten, sich in diesen grundsätzlichen Fragen mit uns auseinanderzusetzen, diese begnügten sich mit beschränkt kleinlichen Polemiken. Wir beschränkten die Polemik, die sich im Anschluß an aktuelle Fragen ergab (vor allem handelte es sich um solche des studentischen Lebens), auf das notwendigste Maß. Unsere Berichte und zusammenfassenden Betrachtungen betonen notgedrungen immer die negative Seite unserer Arbeit. Das Kartell ist ein Bund geistig bewegter Menschen, die versuchen, sich in das große Aufbauwerk unseres Volkes einzureihen. Es gibt Organisationen, die es belieben, großartige Berichte über Stiftungsfeste, gelungene Kneipen usw. zu veröffentlichen und in ein wenig komisch anmutender Selbstgefälligkeit glauben, das Ziel ihrer Entwicklung bereits erreicht zu haben. Wir sind immer den umgekehrten Weg gegangen. Im Verhältnis zu der ungeheuren Aufgabe, die wir als Zionisten zur geistigen Wiederbelebung und Neugestaltung unseres Volkes als notwendig erkannt haben, zu dieser Aufgabe, die nur zu bewältigen ist, wenn ihr unerhörte Energien zur Verfügung stehen, ist unser Tun immer unzureichend und unbefriedigend. Unsere Aufgabe ist schwer. Sie ist äb<br — und vielleicht geriet diese Überlegung bei uns ein wenig in' Vergessenheit — beglückend und groß zugleich. Das K.J.V. geht in eine neue Arbeitsperiode. Alle Bundesbrüder, gleichgültig, wie sie zu Einzeilragen stehen, werden ihre Kräfte steigern müssen, damit unser Bund den großen Anforderungen nachkommen kann: Wir kennen das K.J.V. mit seinen Stärken und mit seinen Schwächen. Wir sind der Ansicht, daß es nach wie vor sachliche wichtige Funktionen im Dienste unseres Volkes zu erfüllen hat. Das Präsidium des K LV. ..•;.!■:; ,\ n i; * .;'// :;MP- : . ,i;.j.?J^j&jr!b.|ö.r.i Foerder. Siegfried Kanowitz.

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