Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 24 (1927)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1927)
- Date
- 1927-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12 Zur Kartellarbeit Gebiet zeigen müssen, daß es auch großen Anforderungen gewachsen ist. In den letzten Monaten beschäftigte sich das Präsidium intensiv mit der Blau weiß - Frage. Wir haben das Kartell, soweit dies technisch möglich war, über die einzelnen Phasen der Entwicklung orientiert. Es soll nicht Auf gäbe dieses Berichtes sein, sich mit einzelnen Stimmen aus dem Kartell polemisch auseinanderzusetzen. Wer aber die Entwicklung nur einigermaßen objektiv verfolgt hat, wird mit uns darin übereinstimmen, daß der Versuch einer Zusammenarbeit mit dem Blauweiß weder eine Improvisation" war, noch aus einer „doktrinären Erkenntnis" her aus unternommen wurde. Wir glauben vielmehr, uns in einem schwierigen und bedrohlichen Moment der zionistischen Jugendbewegung unserer Pflicht nicht entziehen zu können, möglichst viele Menschen unserem Arbeitskreise zu erhalten. Die augenblickliche Situation ist die, daß das Präsidium auf Grund der Erfahrung der letzen Monate zu dem Ergebnis gekommen ist, daß von seiten des Blauweiß heute die Voraussetzungen, die zu dem provisorischen Abschluß eines Vorabkommens führten, nicht mehr erfüllt werden. Wir werden infolgedessen dem Kartelltag vorschlagen, daß eine erleichterte Form geschalten wird, die Blauweißen an unserer Arbeit teilnehmen zu lassen. Eine Sanktionierung des Vorabkommens wird von uns nicht empfohlen werden. Wir möchten ausdrücklich betonen, daß die Vertreter des Blauweiß, mit denen wir sehr eingehend den ganzen Fragenkomplex durchberaten haben, mit dieser Lösung einverstanden sind. Wir haben zu dieser Frage sehr ausführlich in unserem kürzlichen Rundschreiben, das allen Kartellorganisationen zugegangen ist, Stellung genommen und müssen uns im Rahmen dieses Berichtes darauf beschränken, hierauf Bezug zu nehmen. Kurz zusammengefaßt ist die Situation heute folgende: Nach wie vor ist an dem Gedanken der Sammlung der Kräfte in der zionistischen Jugend festzuhalten. Organisatorisch wird die Arbeit durchgeführt nicht durch ein Zusammenwirken der beiden Bünde /Fusion), sondern dadurch, daß die Blauweißen in unseren Bund eintreten. Aus der letzten Feststellung folgt selbstverständlicherweise die Notwendigkeit, daß von uns aus alle Anstrengungen gemacht werden, um möglichst viele Blauweiße für diese Zusammenarbeit zu gewinnen. Schwierig gestaltete sich unsere Tätigkeit auf dem Gebiet der Altherren-Arbeit. Während es in derProvinz heute überall organisierte A.H.schaften gibt, die dort mehr oder minder regelmäßig zusammenkommen und versuchen, auf die Alten Herren im Sinne zionistischer Entwicklung einzuwirken, ist es in Berlin nicht gelungen, einen organisatorischen Zusammenschluß der gesamten Alten Herren durchzuführen. Es gibt wohl einige Organisationen (Erich-Rosenkranz-Bund. Altherrenbund der Hasmo-