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Der jüdische Student · 1926-11-01 · Heft 4 (November 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 4 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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Ein neuer Weg 111 Wir wisse», daß wir noch lange Zeit hindurch in der Finanzierung des Bodenerwerbs und der Kolonisation auf Spenden angewiesen sein werden, und erst dadurch die Voraussetzung und die Grundlage für andere Finanzierungsmethoden schaffen können.' Es lohnt sich daher, immer wieder zu prüfen, ob die Methoden dieser Spenden-Sammeltätigkeit richtig und so erfolgversprechend sind, daß der Keren Kajemeth neben seiner Bodenerwerbstätigkeit auch der viel größere Mittel erfordernden Aufgabe einer bodenreformerischen Politik zur Bekämpfung der Bodenspekulation gewachsen sein kann. Der Rückschlag, den der Keren Kajemeth nach dem sehr erfolgreichen Jahr 5685 (Einnahmen 435 000 M.) im Jahr 5686 (Einnahmen 275 000 M.) erlitten hat, ist sicherlich nicht allein auf die Wirtschaftskrisis und die starke antizionistische Stimmung, sondern zu einem großen Teil auch auf die Ermüdung der Helferschaft zurückzuführen. Einen wesentlichen Teil seiner Mitarbeiter hat der Kereii Kajemeth durch die Auflösung des Blau-Weiß verloren, die anderen sind zionistisch nicht so geschult, um propagandistisch tätig zu sein, sie besitzen nicht die innere zionistische Kraft, um Spenden trotz aller Widerstände zu fordern. Im Gegenteil, sie erlagen diesen Schwierig keiten, wurden der Arbeit überdrüssig und gingen ihr verloren. So erwuchs der Leitung des Keren Kajemeth eine neue Aufgabe. Es mußte eine neue Organisationsform gefunden werden, durch die dem Einzelnen die Arbeit wesentlich erleichtert wird, um dann eine Helferschaft zu gewinnen, die durch dauernde Schulung, Anregung und Informierung die Arbeit kontinuierlich leistet. Der Organisationsplan ist der: Die Helfer sollen nicht mehr wie bisher zu irgendwelchen Menschen gesandt werden, um von ihnen Spenden zu fordern und dabei sich der Gefahr einer unwürdigen Behandlung aussetzen. Jetzt sollen persönliche Beziehungen ausgewertet und, soweit sie nicht vorhanden sind, zwischen dem Mitarbeiter und dem Spender geschaffen werden. Jeder Mitarbeiter wird durchschnittlich fünf Büchsen in seinem Bekanntenkreis neu aufstellen und die.se regelmäßig vierteljährlich leeren bzw sich verpflichten, bei diesen fünf Bekannten während der Aktionen des Keren Kajemeth regelmäßig zu sammeln. Wenn erst einmal diese dauernde persönliche Verbindung zwischen dem Helfer und Spender geschaffen ist, dann wird diese Organisation auch für die allgemeine zionistische Arbeit verwertbar sein. Der Mitarbeiter soll nicht nur die Aufgabe haben, von „seinem" Büchseninhaber, bzw. Spender Geld ztt fordern, er soll sie allmählich auch sonst propagandistisch beeinflussen, er soll zu dem Repräsentanten der zionistischen Organisation in diesem kleinen Kreis werden. Wenn aber der Mitarbeiter allmählich seine Arbeit nach dieser Richtung hin erweitert, wenn er versucht, neben der Sammeltätigkeit auch eine Propaganda- und Erziehungsarbeit zu leisten, dann wird durch diese Verknüpfung unsere Finanzarbeit nicht nur wesentlich ertragreicher, sondern auch interessanter und anregender werden. Voraussetzung für die Schaffung einer solchen Organisation ist natürlich, daß sich im wesentlichen ältere Zionisten und Zionistinnen der KKL.-Arbeit widmen und diese nicht mehr ausschließlich eine Aufgabe junger, und — wie in der letzten Zeit — häufig allzu junger Men sehen, die in keiner Weise ihren Anforderungen gewachsen waren, wink Zahlreiche wertvolle Kräfte liegen besonders in den Großstädten brach.

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