Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 4 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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112 Ein neuer Weg Hier gäbe es eine Aufgabe für jeden, die ihn zeitlich sicherlich nicht so sehr in Anspruch nimmt, an der er sich aber bewähren und durch die er in seinem kleinen Kreis zur Grundlegung einer neuartigen, vielversprechenden Organisation beitragen kann. Zunächst müssen wir diese Mitarbeiter — und zu einem wesentlichen Teil werden hier auch unsere zionistischen Frauen tätig sein müssen — zusammenschließen zu den neu geplanten und in einigen Städten bereits gegründeten „Arbeitsgemeinschaften des Keren Kajemeth". Durch sie soll eine gründliche Schulung in palästinensischen und möglichst auch zionistisch-ideologischen Fragen erfolgen, sie sollen den aktuellen Arbeiten im deutschen Zionismus das Gefühl der Verbundenheit geben. Hier liegt ein weiteres Aufgabengebiet für K.J.V.er. Wir brauchen Führer dieser Arbeitsgemeinschaften, die durch Kurse und Vorträge den Mitarbeitern gute Palästina-Kenntnisse vermitteln können. Von der Zentrale des Keren Kajemeth aus werden die Leiter der Arbeitsgemeinschaften mit allem irgendwie erreichbaren Material an Vorträgen, Literatur, Lichtbildern usw. versehen werden. So wird hoffentlich allmählich eine große Zahl von Zio nisten in Deutsch - Jand zu einer gut geschulten und gut informierten kontinuierlich arbeitenden Mitarbeiterschaft werden, die die Pioniertätigkeit im Rahmen der zionistischen Arbeit des Galuth leistet. Der erste Versuch, die Keren Kajemeth-Arbeit nach diesem neuen System zu organisieren, wird zur Jubiläums-Aktion unternommen werden. Mit dem fünfundzwanzigsten Jahr soll nach unserer Hoffnung', eine neue Epoche in der KKL.-Arbeit einsetzen. War der Keren Kaje meth bis zum Kriege der Kolonisations-Fonds schlechthin und fiel ihm in der Zeit nach dem Kriege die große befreiende Aufgabe der Geufath Haarez zu, des Erwerbs zusammenhängender Flächen für die landwirtschaftliche Kolonisation, so muß sich jetzt daran anschließen die dritte Epoche, die wir die der sozialen Bodenpolitik nennen wollen. Es darf nicht mehr den Entschuldigunsgrund geben, daß der KKL. städtische» Bodenpolitik aus Mangel an Mitteln unterlassen muß und wir zusehen müssen, daß große jüdische Kapitalien — wie bei der letzten Bodenspekulation in Tel Awiw zwei Millionen Pfund — unproduktiv verwertet werden und zu einem großen Teil in arabische Hände fließen. Der Keren Kajemeth hat bereits begonnen, in Haifa festen Fuß zu fassen, und es wird jetzt nur darauf ankommen, seinen Einfluß dort so stark zu machen, daß wir in Haifa nicht dasselbe traurige Schauspiel erleben wie in Tel Awiw. Deswegen werden hoffentlich die Eingänge von zirka 275 000 Pfund im abgelaufenen Jahr auf mindestens 400 000 Pfund im Jubiläumsjahr gesteigert werden. In Deutschland sollen durch die Jubiläums-Aktion allein 100 000 M. aufgebracht werden. 5000 Zionisten als Mitarbeiter, die durchschnittlich 25,— M. in ihrem nichtzionistischen Bekanntenkreis sammeln, ist die Parole. Durch die Bezirkskonferenzen, durch eine sehr intensive Presse-Propaganda, durch großzügige Veranstaltungen soll der Gedanke des Keren Kajemeth im deutschen Zionismus wieder fester verankert werden. Unsere Bundesbrüder werden hoff entlieh bei dieser neuen Aktion zum 25jährigen Jubiläum des Keren Kajemeth in erster Reihe stehen und sich dadurch gleichzeitig beteiligen an der Schaffung einer neuen Organisation, die unsere zionistische Arbeit in Deutschland um ein großes Stück weiterbringen kann.