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Der jüdische Student · 1926-11-01 · Heft 4 (November 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 4 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Was ist Revisionismus? 100 nien. Die Anhänger der Erweiterung der Jewish Agency hielten angesichts der schweren ökonomischen Lage diese Erweiterung für unumgänglich nötig und sahen sogar in der Auflösung der bestehenden Organisation eine natürliche Evolution. Gegen diesen „Defaitismus" traten hauptsächlich die Revisionisten auf. Wir wenden uns jetzt dem letzten Punkt des revisionistischen Programms zu, welcher in der Polemik die größte Rolle spielte, nämlich dem Punkte über die „Jüdische Legion". Jüdische Legionen bestanden schon während der Eroberung des Landes. Der Gegner des Zionismus, Allenby, löste die Legionen aus politischen Gründen auf bei voller Indifferenz der Zionistischen Orga nisation. Die große Bedeutung dieser jüdisch - militärischen Macht kam erst während der Pogrome in Jerusalem und Jaffa zur Geltung. Die Revisionisten forderten die Wiederaufrichtung der Legion oder zumindesten eine offizielle Anerkennung des Rechtes zur Ausbildung einer Selbstwehr. Eine solche militärische Schule wurde besonders notwendig angesichts der militärischen Vorbereitung der Araber, ihrer geschulten Streitmacht in Transjordanien und ihrer Agitation für einen jüdischen Pogrom. Dieser absoluten Notwendigkeit der jüdischen Selbstwehr stimmen nicht nur sämtliche Arbeiterorganisationen zu, sondern auch viele offizielle Vertreter der Zionistischen Organisation, welche für diese Institution inoffiziell Kräfte und Geld sammeln. Statt über die Vorbereitungen der Selbstwehr laut zu sprechen, statt die Errichtung der jüdischen Legion neben der schon bestehenden arabischen offen zu fordern, statt Wehrvereine zu organisieren, wie es überall gemacht wird, halten unsere Notableh und Ghettojuden jeden Selbstschutz für gefährlich und unbequem und ziehen vor, sich als Tolstoj-Anhänger zu proklamieren und auf jeden Widerstand zu verzichten. Und, da sie ihre falsche Stellungnahme fühlen, lassen sie ihren Aerger an den „unverschämten Frechlingen" — die Revisionisten — aus, die sich nicht einmal scheuen, sogar den Gojim die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Die Revisionisten nehmen an, daß die Kulturvölker sie ver stehen und nichts Sonderbares darin erblicken werden, daß die Juden sich den Beduinen bewaffnet widersetzen und zur Verhütung der Pogrome eine Selbstwehrschulung errichten wollen. „Wer sich nicht wehrt — ist nichts wert" sagen die Deutschen und die deutschen Juden wagen es gar nicht, an der Wahrheit dieses Spruches zu zweifeln. Als aber die Revisionisten für die jüdische Selbstwehr sorgten, fanden die deutschen Juden nichts besseres, als ein Märchen zu verbreiten, daß die Revisionisten Artillerie gegen die Engländer gebrauchen wollen. Wir führten hier in kurzer Form die Grundpunkte des revisionistischen Programms an und zwar: 1. die aktive Politik in England, Genf und Palästina zwecks Verwirklichung der laut Mandat gegebenen Versprechungen. 2. Gesetzgebende Reformen in Palästina auf dem Gebiete der Steuer- und Wirtschaftspolitik. 3. He-

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